VIERTENS: NUMMER 12
Manfred Schulze Bläserquintett
Preis / Price : 15.08 €
Bestell-Nr. / Purchase Order No. : FMP CD 087
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Manfred Hering reeds
Dietmar Diesner reeds
Heiner Reinhardt reeds
Johannes Bauer trombone
Manfred Schulze baritone sax
 
01.
Viertens 12:47
02.
B-a-c-h 15:42
03.
Nummer 12 40:02
 
Total time:  68:31

All compositions by Manfred Schulze
Recorded by Jost Gebers live during the 'Grenzüberschreitungen' on May 2, 1985 in Wuppertal (Nummer 12) and on July 19, 1986 at the FMP-Studio, Berlin.
Produced by Jost Gebers
Cover design/Layout: Manfred Kussatz
Photos:
Antje Zeis, Gerd Neumann, Dagmar Gebers
Liner notes: Bert Noglik

 
First published in October 1997
 
Aus dem Booklet:
... die Aufnahmen aus den Jahren 1985/86 offenbaren das ganze Spektrum der Musik Manfred Schulzes für Bläserquintett. (...) Das erste Bläserquintett stellte Manfred Schulze bereits 1969 zusammen. Vor den Proben, erinnert er sich, legte er manchmal eine Platte mit der Aufnahme einer Komposition Arnold Schönbergs für Bläserquintett auf, um die Kollegen einzustimmen. Die frühen Versuche, Verständnis zu gewinnen, erwiesen sich als weitgehend vergeblich.
 
Manfred Schulze geriet zwischen die Lager, war in seinem Willen zur Improvisation und in seinem expressiven Gestus viel zu stark vom Jazz geprägt, um sich der Neuen Musik anzunähern, und entfernte sich doch zugleich von der Nachahmung des amerikanischen Jazz, bereits lange vor der Free-Jazz-Emanzipation. (...) Auch später, in den Zeiten des aufbrechenden Free Jazz, wurde er missverstanden, denn Schulzes Konzept war viel zu stark kompositorisch geprägt, um sich vorbehaltlos mit der gänzlich freien Improvisation assoziieren zu können. (...)
 
Manfred Schulze empfand eine starke Bindung an die mitteleuropäische Kulturtradition. Hindemith, Schönberg oder Webern, aber auch Bach und die deutsche Choraltradition haben ihn ebenso geprägt wie der Eindruck des Spiels von Coleman Hawkins oder Sonny Rollins. Seine ganz persönliche Synthese aus all diesen Einflüssen hat ihn harte Arbeit gekostet, schien ihm aber so plausibel, dass ihm das Unverständnis von Zeitgenossen, auch das von Musikern und insbesondere von Veranstaltern, innere Qualen bereitete. (...)
 
Die DDR-Zeit war seine Zeit. Danach (...) ist er, der langsam und zunehmend Erkrankte, verstummt. Bei einer seiner nicht eben häufig gewährten Konzertreisen nach dem Westen hatte Manfred Schulze seine Jacke mit dem DDR-Reisepass irgendwo hin- oder aus dem Zug geworfen. Das war seine Art normalen Reagierens auf schizophrene Verhältnisse. Die Mitglieder des Rova Saxophone Quartet feierten ihn völlig zu Recht und für ihn überraschend als Wegbereiter und Pionier. Man muss es wiederholen, um klar zu machen, dass es sich nicht um einen Druckfehler handelt: das erste Manfred Schulze Bläserquintett entstand 1969.  
 
Bei aller Unterschiedlichkeit der hier versammelten Stücke frappiert die Kraft, die Transparenz, die Klarheit der musikalischen Gedanken - eine Direktheit und Zugänglichkeit, die Werke Neuer Musik häufig vermissen lassen.
Bert Noglik
 


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