INTERPLAY ! BERLIN

Free Jazz & Improvisation in Film - Kunst - Konzert - Workshops

2. - 5. Juni 2006

Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin

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Tagesprogramm

Stand: März 2006
(Programmänderungen vorbehalten)


Freitag, 2. Juni


ab 11 Uhr (Foyer)
Akkreditierung der Workshop-Teilnehmer + Get Together
Eröffnung der Filmothek

18.30 Uhr (Foyer)
Ausstellungseröffnung (Fotos - Zeichnungen - Gemälde - Audio-Werke)
INTERPLAY ! BERLIN zeigt Arbeiten von Günter Christmann (Hannover), Gunter Hampel (New York/Göttingen), Helge Leiberg (Berlin), Jeff Schlanger (New York), Strawalde (Berlin), Michael Snow (Toronto)

20.00 Uhr (Studio)
Musik + Tanz
GUNTER HAMPEL MUSIC + DANCE COMPANY
Gunter Hampel (vib, bcl, fl) / Johannes Schleiermacher (ts, as ) / Bernd Oezsevim (dr)
Hichem / Prince Alegs (Breakdance/ Free Style)
Der seit 1969 in New York lebende Komponist und Multiinstrumentalist Gunter Hampel zelebriert mit seinem Ensemble die Kunst der Übersetzung ganz persönlicher Inspirationen in eine Musik, die die die Formulierungen des Einzelnen zum gemeinsamen Dialog erweitert und fortentwickelt.

21.00 Uhr (Studio)
Film
ORNETTE COLEMAN: MADE IN AMERICA
Regie, Schnitt: Shirley Clarke
USA 1965/85, 80 min., 35 mm, OF
"Ein Film für Menschen, die an Träume glauben" (Shirley Clarke). Er vereinigt Material aus zwei Jahrzehnten: Konzertaufnahmen, Fotos, abstrakte und surrealistische High-Tech-Videotechnik, Interviews mit Coleman, seinen Freunden und Bewunderern, Bilder und Klänge aus New York und Colemans Heimatstadt Fort Worth.

22.30 Uhr (Studio)
FILM MUSIQUE IMAGINAIRE

Wolfgang Fuchs (cbcl, bcl, ssi) / Barre Phillips (b)
Peter Klinkenberg (Geräuschemacher)
Auf dem Hintergrund individueller Stilistiken und Spielerfahrungen entfaltet dieses ungewöhnliche und zum ersten Mal in dieser Besetzung konzertierende Improvisations-Trio sein vielschichtiges Klangmaterial und kreiert gemeinsam eine ´Film Musique Imaginaire´.


Samstag, 3. Juni


11.00 Uhr (Studio)
Filmmatinee
SMITH, JAMES O. - Organist USA (Teil I + II)
Ein Film von Klaus Wildenhahn
BRD 1965, 97 min., 16mm
In Anwesenheit des Regisseurs
Zweiteiliger Film über den Jazz-Organisten Jimmy Smith, aufgenommen während seiner Tournee durch Europa und die USA.
"Die Tugend des Dokumentarfilmers zeigt sich in der behutsamen, gespannten und geduldigen Beobachtung von sozialen Prozessen und Menschen, die in der politischen und kulturellen Öffentlichkeit gewöhnlich nicht repräsentiert sind" (Klaus Wildenhahn).

14.00 Uhr (Studio)
THELONIOUS MONK: STRAIGHT, NO CHASER

Ein Film von Charlotte Zwerin
Archivmaterial (u.a.): Christian Blackwood
Musik: Thelonious Monk feat. Charlie Rouse (ts), Johnny Griffin (ts), Phil Woods (as), Larry Gales (b), Ben Riley (dr), u.a.
USA 1988, 35 mm, s/w und Farbe, 89 min.
Dieses ungewöhnliche Filmportrait basiert u.a. auf Dokumentarmaterial, das der gebürtige Berliner Filmemacher Christian Schwarzwald aka Blackwood 1967 im Auftrag des WDR drehte.
Zwanzig Jahre später konnte der Film in der vorliegenden Form, ergänz durch zeitgenössische Interviews mit Angehörigen und Weggefährten Monks, die Einblick geben in sein Leben und Werk, fertiggestellt werden.

16.00 Uhr (Clubraum)
Film
ESCALATOR OVER THE HILL
Ein Film von Steve Gebhardt
Musik: Carla Bley, feat. Jeane Lee, Sheila Jordan, Charly Haden, Don Cherry, Gato Barbieri, John McLaughlin u.v.a.
USA 1970/1999, 83 min., DVD, OF
Deutsche Erstaufführung
Zwischen 1970 und 1971 filmte Steve Gebhardt den Entstehungsprozess von Carla Bleys monumentaler Jazzoper nach einem Libretto von Paul Haines. Fast 30 Jahre dauerte es, bis dieser ungewöhnliche Film fertiggestellt werden konnte, der im August 1999 in Locarno seine Weltpremiere erlebte.

18.00 Uhr (Studio)
Konzert
PIANO-SOLO-KONZERT
Irène Schweizer
Wir gratulieren zum Geburtstag!
Solo-concert by pioneering pianist Irène Schweizer whose birthday we celebrate on June 2.

19.30 Uhr (Studio)
Film
IRÈNE SCHWEIZER
Ein Film von Gitta Gsell
Musik: Irène Schweizer feat. Joëlle Léandre, Maggie Nicols, Co Streiff, La Lupa, Pierre Favre, Louis Moholo, Hamid Drake, Fred Anderson, Han Bennink u.v.a.
Schweiz 2005, 75 min., Beta AP, OF m. dt. UT
Deutsche Erstaufführung
In Anwesenheit der Regisseurin
"Als Irène Schweizer in den 50er Jahren als Jazz-Pianistin in Zürich auf die Bühne trat, war sie eine kleine Sensation. Mit ihrer Biographie und ihrer alternativen Lebenshaltung ist Irène in der Schweiz eine Ausnahmeerscheinung. Ihre radikalen Ideen, ihr Mut und ihre Offenheit für neue Einflüsse machen ihre Auftritte bis heute zu faszinierenden Erlebnissen. Sie hat mich interessiert und inspiriert, diesen Film zu machen" (Gitta Gsell).

21.30 Uhr (Studio)
Interaktion von Film, Musik und Tanz
INTERLINEAR LINGOO
Filme/Konzepte: Günter Christmann
Projektion: Elke Schipper
Günter Christmann (cello, tb), Wolfgang Fuchs (bcl), Barre Phillips (b), Michael Griener (dr), Florian Bilbao (Tanz)
Das Programm besteht aus einer Folge musik-theatralischer Szenen, in denen Live-Musik, Tanz und Film zusammenwirken. Austausch und Wandlung von Gesten und Klängen, pendelnd zwischen Musik, Bewegung und Projektion, halten das Geschehen in einer instabilen Balance aus Illusion und Wirklichkeit.
Filme u.a.: „all along the line“ (1992), „la mémoire et la main“ (1985), „explico“ (1984), „cellophan“ (1982)
„Christmanns Arbeit ist wie die Idee des Jazz und des Lebens: human, sinnlich und politisch“ (Michael Rieth).
Experimental films by Günter Christmann conceived for live music and dance. The exchange and transformation of gestures and sounds, the back and forth between music, movement and projection, create a free floating balance of illusion and reality.

23.00 Uhr (Studio)
Film
FEMMES DU JAZZ / WOMEN IN JAZZ
Ein Film von Gilles Corre
Format: DV Cam/Beta SP
Frankreich 2000, 80 min., Farbe, engl. Fassung
Deutsche Erstaufführung
In Anwesenheit des Regisseurs
Musik: Susie Ibarra (dr, perc), Ellen Christi (voc), Akua Dixon-Turre (cello), Myra Melford (p), Myia Masaoka (koto), Ingrid Jensen (tp), Maria Schneider (comp), Marilyn Crispell (p), Jane Ira Bloom (sax), Jeanne Lee (voc) u.v.a.
Vorgestellt werden in diesem hervorragenden Film des französischen Dokumentarfilmemachers zwanzig hochkarätige US-amerikanische Musikerinnen, aufgenommen bei Konzerten, in Proben, beim Unterricht, im Aufnahmestudio und im Gespräch mit Gilles Corre.


Pfingstsonntag, 4. Juni


11.00 Uhr (Studio)
Filmmatinee
KONZERT IM FREIEN
Ein Film von Jürgen Böttcher
Musik: Günter ´Baby´ Sommer, Dietmar Diesner
D 2001, 88 min., 35 mm
In Anwesenheit des Regisseurs
Mitten in Berlin, an historischer Stelle zwischen Marienkirche und Rotem Rathaus, steht das Marx-Engels-Forum, ein Denkmalsprojekt der DDR. Jürgen Böttcher verwendet für seinen experimentellen Dokumentarfilm eigene Aufnahmen der Entstehung des Denkmals aus den Jahren 1981-86 und ausschließlich auf dem Marx-Engels-Forum gedrehtes neues Material.
Die musikalischen ´Erzähler´ Sommer und Diesner führen mit Schlagwerk und Saxofon durch den Film und bringen das unterschiedliche Material zum Tanzen.


18.00 Uhr (Studio)

Multimedia Performance
DUO PDQ^D
Petra Dolleman (visuals)
Peter van Bergen (cl, ts, live electronics)
Präpriertes Bildmaterial (Fotos, Zeichnungen, Animationen, Video) und Live Aufnahmen von Petra Dolleman im Zusammenspiel mit akustischen und elektronischen Sounds von Peter van Bergen.
“I combine prepared sources with live images, drawing, video and picture, with the possibility to mix them together. Old and new techniques are both fascinating to me.
Last winter we decided to start a duo, developing a live performance with our own images and sounds, looking for the essentials in between” (Petra Dolleman).


20.00 Uhr (Studio)
Multimedia Performance
GOKAN
Helge Leiberg (Overheadprojektion, Noisepainting)
Lothar Fiedler (g, live electr), Dietmar Diesner (ss)
Fine Kwiatkowski (Tanz)
Die Performancegruppe GOKAN gibt es seit 1990. Das Wort ´Gokan´ kommt aus dem Japanischen und bedeutet: ´die Sinne´. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte neben dem Maler und Erfinder des Noisepainting, dem Gitarristen Lothar Fiedler und dem Saxofon-Actor Dietmar Diesner die Tänzerin Noriko Wada, von der auch die Namensidee stammte. Seit 1995 ist die Tänzerin Fine Kwiatkowski festes Mitglied der Gruppe.
"Ein beeindruckendes, liebevolles, auch ironisches Gesamtkunstwerk."

22.30 Uhr (Studio)
Film
NEW YORK EYE AND EAR CONTROL
Ein Film von Michael Snow
Musik: Albert Ayler, Don Cherry, John Tchicai, Roswell Rudd, Gary Peacock, Sonny Murray
USA 1964, 34 min., 16 mm
Die improvisierte Musik für diesen Film wurde im Juli 1964 im New Yorker Loft von Michael Snow vor Herstellung des Films aufgenommen.
"Ich habe versucht, ein Gleichgewicht von Klängen und Bildern herzustellen, das die Kraft von improvisierter Musik und komponierten Bildern simultan freisetzt. Das bedeutet der Titel des Films. Ich glaube, das funktioniert. Es würde mir nicht wehtun, wenn mehr Leute als bisher diesen Film mögen würden" (Michael Snow).

MY NAME IS ALBERT AYLER
Ein Film von Kasper Collin
Musik: Albert Ayler
Mit Donald Ayler, Sunny Murray, Gary Peacock, Mary Parks
Schweden 2005, 79 min., Beta SP
Deutsche Erstaufführung
In Anwesenheit des Regisseurs
Eine Collage aus Archivmaterial, seltenen Konzertaufnahmen und Interviews mit Albert Aylers Vater, seinem Bruder Don und Weggefährten.
"Der Film ist eines der härtesten, schönsten und berührendsten Dokumente, das je über einen Jazzmusiker gemacht wurde" (Jazz Times).


Pfingstmontag, 5. Juni


11.00 Uhr (Studio)
Filmmatinee
DAYBREAK EXPRESS
Ein Film von DA Pennebaker
Musik: Duke Ellington Orchestra
USA 1953, 5 min., 16 mm
Ein Musikfilm-Klassiker und Pennebakers erster Film, basierend auf der gleichnamigen Komposition von Duke Ellington.
"Ich wollte einen Film über diesen schmutzigen, lauten Zug, vollgestopft mit Passagieren, machen, und er sollte so schön sein wie die New York-Gemälde von John Sloan. Da ich eine große Jazzplattensammlung hatte, dachte ich mir, ich könnte im Filmgeschäft mit Musikfilmen Fuß fassen, aber ich habe nie mehr einen Film wie DAYBREAK EXPRESS hingekriegt" (DA Pennebaker).


RISING TONES CROSS
Ein Jazzfilm von Ebba Jahn
Musik: Charles Gayle, Peter Kowald, John Betsch, Marilyn Crispell, Ellen Christi, Jeanne Lee, Irène Schweizer, Rüdiger Carl, Roy Campbell, Maria Mitchell (dance), Don Cherry and Sound Unity Orchestra, Billy Bang´s Forbidden Planet, William + Patsy Parker Ensemble, Charles Tyler Quintet, Jemeel Moondoc Sextet, , John Zorn, Peter Brötzmann Ensemble
USA 1985/2005, 119 min., Beta SP
In Anwesenheit der Regisseurin
Eine dokumentarische Komposition aus Avant-Garde Jazz, der Stadt New York, die ihn hervorbringt und den improvisierenden Musikern. Charles Gayle sowie die Bassisten William Parker und Peter Kowald erzählen. Über 20 Jahre nach der Uraufführung ist RISING TONES CROSS für einige ein wertvolles historisches Dokument geworden, für andere ein Stück Nostalgie - Kultfilm.

18.00 Uhr (Clubraum)
Filmraritäten
DON CHERRY
Ein Film von Steina + Woody Vasulka
USA 1970, s/w, 20 min.
Dieses Video dokumentiert einen Solo-Auftritt Don Cherrys im Freien, aufgenommen in New York, auf dem Dach eines Hauses und in den Straßen der Stadt, wo sich sein Spiel mit dem Tosen des Verkehrs vermischt. Eine frühe Arbeit der Videopioniere und Begründer des legendären New Yorker Performance-Theaters ´The Kitchen´, Steina und Woody Vasulka.

AMBITUS. CECIL TAYLOR À PARIS
Ein Film von Luc Ferrari und Gérard Patris
Frankreich 1968, 45 min., Beta SP, OF
Ein Kultfilm und einzigartiges Dokument einer inspirierten Begegnung zweier großer Künstler: dem Komponisten, Pianisten und Klangkünstler Luc Ferrari und dem Komponisten, Pianisten und Poeten Cecil Taylor.

CECIL TAYLOR: ALL THE NOTES
Ein Film von Christopher Felver
USA 2004, 72 min., DVD, OF
Ein einfühlsames Portrait des genialen Komponisten, Pianisten und Poeten Cecil Taylor, das seine europäische Uraufführung beim Total Music Meeting 2005 erlebte.


20.30 Uhr (Studio)
Musik + Tanz
NEW MUSIC + DANCE FROM NEW YORK
Roy Campbell (tp, fl), Peter Giron (b), John Betsch (dr), Maria Mitchell (Tanz)
Wiederbegnung mit Roy Campbell, John Betsch und Maria Mitchell, die in Ebba Jahns Jazzfilm RISING TONES CROSS von 1985 porträtiert sind. Music Witness Jeff Schlanger (New York) dokumentiert das Konzert mit den Mitteln des Malers und Zeichners.

22.00 Uhr (Studio)
Abschlusskonzerte Workshops + Grand Final
Präsentation der Arbeitsergebnisse aus den Workshops von Roy Campbell und Gunter Hampel, mit anschließendem ´Grand finale´ aller anwesenden Musiker.

23.30 Uhr (Studio)
Film
IMAGINE THE SOUND
Ein Film von Ron Mann
Musik: Paul Bley, Bill Dixon, Archie Shepp, Cecil Taylor
Kanada 1981, 90 min., 16 mm
Vier Pioniere des amerikanischen Avantgardejazz, die im Gespräch und Konzert vorgestellt werden und Einblick gewähren in die Art und Weise, wie ihre sozialen, politischen und kreativen Explorationen der freien Form den Jazz der frühen 60er Jahre revolutionierten.
"Der beste Dokumentarfilm über Free Jazz" (J. Rosenbaum).

 

Veranstaltungsort:
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Tel. (030) 20057-2000, Fax -2175
U-Bahn: Hansaplatz / S-Bahn: Bellevue
Kartenvorverkauf nur in der Akademie der Künste
Kartenreservierung: interplay@berlin.de und fmp.distribution@t-online.de

Workshop-Anmeldung: Per Fax oder Post oder Per E-Mail

Eintrittspreise:
Festival-Pass: € 75 (gültig für alle Konzerte + Filme)
Ermäßigt: € 59 (Workshop-Teilnehmer + Studierende)
Tageskarten (3./4.6.): € 23 (2./5.6.): € 18
Einzelkonzert : € 11
Einzelfilm : € 5
Clubraum-Filmvorführung: € 2
(frei für Workshop-Teilnehmer + Festivalpass-Inhaber)


Kartenreservierung
bei
interplay@berlin.de
oder
FMP-Distribution & Communication:
per
E-Mail
oder
Fax: 030 - 324 94 31

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