TOTAL MUSIC MEETING ´03

Internationales Künstlerfestival für Improvisierte Musik
6. - 8.11. 2003, Podewil, Berlin-Mitte

Podewil Klosterstr. 68-70, Berlin-Mitte



Ausverkauf in Berlin
Senat verweigert Zuschuss für das Total Music Meeting



Das seit 1968 bestehende und seither alljährlich parallel zum Jazzfest stattfindende Total Music Meeting ist durch 100% Mittelkürzung seitens des Kultursenats in seiner Existenz bedroht!
Im Januar 2003 beantragten wir beim Senat für Wissenschaft, Forschung und Kultur Mittel zur Durchführung des diesjährigen Total Music Meetings in Höhe von €37.584,00. Das ist nicht einmal 50% dessen, was das Festival tatsächlich jährlich kosten würde, wenn wir nicht seit 2000 unter Aufbietung aller privaten Ressourcen, der finanziellen Unterstützung von Einzelpersonen und Sponsoren, der Solidarität der eingeladenen MusikerInnen, die für Kleinstgagen auftreten, und unserer (selbstausbeuterischen) ehrenamtlichen Tätigkeit die Kosten auf ein Minimum reduziert hätten.
Im letzten Jahr erhielten wir - nach der teilweisen Aufhebung der Haushaltssperre - im September immerhin noch € 25.000 (Budget JazzFest Berlin: € 430.000, davon € 235.000 aus öffentlichen Mitteln) und im Jahr 2001 einen Betrag von DM 50.000 zur Durchführung des TMM.

Die Anfrage des kulturpolitischen Sprechers der PDS, Wolfgang Brauer, eingereicht am 19.06.: "Welche inhaltlichen Gründe führten zur Ablehnung der Förderung des Total Music Meetings 2003 und welche Folgen wird dies für diese langjährig eingeführte und international anerkannte Veranstaltung haben?" resultierte in folgender Begründung des Kultursenators vor dem Hauptkulturausschuss am 23.06.03: "... es treten seit Jahren die gleichen Musiker auf, die teilweise seit 30 Jahren dabei sind; die Zahl der Berliner Musiker sei zu niedrig. Neue und innovative Vertreter des Genres würde nicht engagiert, obwohl in der Szene genügend interessanter Nachwuchs vorhanden wäre. Die positive Publikumsresonanz der letzten Jahre könne nicht allein ausschlaggebend sein...". (sic!)

Keines der vorgebrachten ´Argumente´ ist nachvollziehbar, zeichnet sich doch gerade das Total Music Meeting als Internationales Künstlerfestival für Improvisierte Musik durch seine kontinuierliche Präsentation musikalischer Entwicklungsprozesse von Wegbereitern und internationalen Stars wie auch NachwuchsmusikerInnen auch aus der Berliner Musikszene in Vergangenheit und Gegenwart aus.

Deutlich wird jedoch, dass hier - entgegen der vollmundigen Koalitionsvereinbarungen und der Eigenmitteilungen des Kultursenats (z.B. 11.11.2002: "Klar ist aber, dass strukturelle Einschnitte nun vor allem bei den großen Institutionen nötig sind. Nur so können Spielräume entstehen, die dann auch der Freien Szene ein größeres Maß an Planungssicherheit verschaffen") - eine historisch gewachsene Plattform der Improvisierten Musik plattgemacht und der Geschichtslosigkeit übereignet werden soll. Wie wir erfahren haben, hat sich der oberste Kulturbeamte Berlins sogar zu dem Ausspruch hinreißen lassen, "die improvisierte Musik" sei "tot". Wie die Administration zu einer solch kühnen wie unzutreffenden Einschätzung kommt, bleibt ihr Geheimnis.

Mit bescheidensten Mitteln haben wir seit 2000 alljährlich große Programme aufgelegt, die weltweite Ausstrahlung haben und in- und ausländische Gäste regelmäßig nach Berlin ziehen (die wiederum Geld in Berlin ausgeben!). Nicht zuletzt durch diese Festivalarbeit hat Berlin den Ruf einer interessanten Musikmetropole gewonnen. Das Festival selbst besteht bekanntlich seit 1968 und wird alljährlich parallel zum Jazzfest durchgeführt.
Wir haben das Profil des Total Music Meetings dem Anspruch (Total...) gemäß erweitert, indem wir nicht nur an drei Abenden eine Fülle hochkarätiger MusikerInnen präsentieren, sondern durch Instrumentalworkshops (im letzten Jahr unter Leitung von Evan Parker), Lectures (George Lewis) und Ausstellungen (Gemälde + Zeichnungen Improvisierender Musiker, 2001, Ausstellung von Fotoarbeiten des italienischen Künstlers Roberto Masotti, 2001, Fotoausstellungen mit Musikerporträts von Paul G. Deker + Ingo Scheffler, 2002) andere Künste einbeziehen, um Auge und Ohr für diese Musik zu schärfen. Einer der Höhepunkte des letztjährigen Total Music Meetings und sein fulminanter Abschluss war das ´Überraschungskonzert´ von Cecil Taylor und Tony Oxley, das beide als Hommage für Peter Kowald gaben.
Das für dieses Jahr von uns ausgearbeitete Programm bietet erneut eine Fülle von Konzerten, Ausstellungen (in diesem Jahr erstmals in Berlin: Ausstellungen mit Arbeiten von Alan Davie), Lectures und einen Workshop für junge MusikerInnen.

Zur Unterstützung des Total Music Meetings hat sich jetzt ein ´Förderverein Improvisierte Musik e.V.´ gebildet, bestehend aus Galeristen, Künstlern, Musikern, Rechtsanwälten und Veranstaltungsmachern; namhafte Künstler wie Max Neumann, Hanns Schimansky und Urs Jaeggi erklärten sich spontan bereit, neue Arbeiten zur Verfügung zu stellen, deren Verkauf zur Finanzierung des TMM beitragen soll.
Bitte helfen Sie uns, dieses wichtige Festival gegen den Angriff der Kulturverwaltung zu verteidigen und in seinem Fortbestand zu sichern.
Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Helma Schleif
Veranstalterin
FMP FREE MUSIC PRODUCTION
Distribution & Communication
TMM-Komitee

Wolfgang Fuchs
Musiker, Komponist
Künstl. Leiter TMM
TMM-Komitee

G. Fritze Margull
Künstl. Berater TMM
TMM-Komitee



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