TOTAL MUSIC MEETING 2006
(2. - 5. November)

Internationales Künstlerfestival für Improvisierte Musik

Berlinische Galerie

Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Alte Jakobstr. 124 - 128, D-10969 Berlin-Kreuzberg


Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit

Berlin ist in vielerlei Hinsicht eine Stadt der Inspiration. Berlin regt seit eh und je Künstler der verschiedensten Genre zu besonderen Leistungen an, die Stadt sorgt für Ideen, sie steht für Experimente, sie ist ein Ort der Kreativität.

Das wird das diesjährige "Total Music Meeting" erneut unter Beweis stellen. Seit über dreieinhalb Jahrzehnten ist dieses internationale Forum für improvisierte Musik fester Bestandteil des Berliner Kulturkalenders. Seit drei Jahren ist die Berlinische Galerie das "Festspielhaus". Innovative Musik und moderne Kunst kann man hier unter einem Dach erleben und diese Symbiose schafft nicht nur eine einmalige Atmosphäre, sie gibt - und auch das hat Tradition - selbst viele Anregungen, Gehörtes und Gesehenes komplex auf sich wirken zu lassen.

In diesem Jahr begrüßen die Berliner Freunde improvisierter Musik erneut Gäste aus Europa und Übersee und man darf gewiss sein, dass wie in den Vorjahren spannende Konzerterlebnisse die Festivaltage prägen.

Mein herzliches Willkommen gilt all jenen Künstlerinnen und Künstlern, die in diesem Jahr beim "Total Music Meeting" Einblick in Ihr Schaffen, in Ihre Kunstfertigkeit geben. Ich bin überzeugt, Sie werden nicht nur das Berliner Publikum begeistern, Sie werden auch in diesem Jahr wieder selbst viele Anregungen für Ihr Schaffen in Berlin erhalten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg und unvergleichliche Erlebnisse mit moderner improvisierter Musik in der Berlinischen Galerie


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Zum TMM ´06


Mitten im Herzen Berlins, unweit des Potsdamer Platzes, befindet sich das im Oktober 2004 eröffnete Haus der Berlinischen Galerie, deren superbe Ausstellungen und Programme, vorgestellt auf 4.600 m2, stets großen Publikumszuspruch finden.

Wir freuen uns, auch in diesem Jahr das TOTAL MUSIC MEETING in der Berlinischen Galerie präsentieren zu dürfen und danken unserem Kooperationspartner, Herrn Prof. Jörn Merkert und dem Team der Berlinischen Galerie, für die gute Zusammenarbeit.

Wie schon in den Vorjahren bleibt für die Dauer des Festivals das gesamte Haus der Berlinischen Galerie mit allen Ausstellungen bis 24 Uhr geöffnet; das hauseigene Café Dix sogar bis 3 Uhr.
Beim Erwerb einer Tageskarte oder eines Festivalpasses des TOTAL MUSIC MEETING ist der Eintritt für alle Ausstellungen der BG an diesem Tag/an diesen Tagen frei - auch tagsüber.

Wir danken der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, die uns einen Sockelbetrag in Höhe von € 25.000 zur Durchführung des Festivals gewährte, dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, dem elektro-akustischen Studio der Akademie der Künste für technischen Support, der Kunststiftung NRW sowie dem Deutschen Musikrat, die uns die Berliner Präsentation des international besetzten neuen Orchesters (Sonic Fiction) von Georg Graewe ermöglichten wie auch ausdrücklich allen anderen, im Impressum verzeichneten Unterstützern, Mentoren und Sponsoren für ihre unverzichtbare Hilfe.

Dank gilt auch Helge Leiberg, der für die TMM-Kunstedition, erstmals 2003 auf Initiative von G. Fritze Margull zur Mitfinanzierung des TMM aufgelegt, eine neue Arbeit beisteuerte. Acht Blätter, darunter Radierungen von Max Neumann, Hanns Schimansky, Urs Jaeggi, Han Bennink und Peter Kowald stehen damit zur Verfügung.

Wir freuen uns, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die Schirmherrschaft für das diesjährige TMM übernommen hat und danken ihm für seinen Beitrag.

Dank gilt vor allem aber auch wieder den beteiligten Musikerinnen und Musikern, deren Kunst in ihren vielfältigen Facetten musikalischer Zeitgenossenschaft aufzuzeigen und vor internationalem Publikum zu präsentieren Sinn und Zweck des TMM ist.

Nicht alle Programmvorhaben konnten wir in diesem Jahr realisieren. Es fehlte - das Geld.
Der Schwerpunkt ´Vokalistinnen und Vokalisten in der Improvisierten Musik´ ist jedoch erhalten geblieben. Mit Michiko Hirayama, Sainkho Namtchylak, Isabelle Duthoit, Almut Kühne, Phil Minton, Alex Nowitz und den jeweiligen Ensembles sind einige der weltweit hochkarätigsten Künstlerinnen und Künstler vertreten, deren Konzerten wir mit ebenso grosser Freude und Spannung entgegensehen wie dem Auftritt von Hans Reichel und Kazuhisa Uchihashi, die nach fast 10-jähriger Unterbrechung ihre Duo-Arbeit wieder aufnehmen. Besonders glücklich sind wir auch über die Zusage des neu besetzten ´Trio de clarinettes´ um Armand Angster sowie des ´Rutherford-Quartets´, das uns eine Wiederbegegnung mit einigen der prominentesten Pionieren der frei improvisierten Musik ermöglicht.
Mit Michael Wilhelmi, Magda Mayas und Almut Kühne präsentieren wir weiterhin drei Absolventen der Berliner Musikhochschule Hanns Eisler. Diese Zusammenarbeit werden wir auch in Zukunft fortsetzen.

In deutscher Erstaufführung zeigen wir dann am Sonntag in einer Matinee den Film AFIJN von Jellie Dekker über den niederländischen Pianisten, Komponisten, Bandleader und Improvisator Misha Mengelberg. Die Regisseurin und ihr Tonmann sind zur Vorführung anwesend.

Zum Abschluss des Festivals präsentiert Wolfgang Fuchs die Ergebnisse seines Workshops ´Orchestral Improvisation´, erweitert um einige Gäste.

Alles in allem sind in diesem Jahr vier Künstler-Generationen beim TMM vertreten. Sie kommen aus dreizehn Ländern; ein Drittel davon sind Frauen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch !

Helma Schleif


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TMM-Programm


Donnerstag, 2. November 2006, 19.30 Uhr

TRIO NAMTCHYLAK / PARKER / DRAKE (TUVA/USA)
Sainkho Namtchylak
voice
William Parker bass
Hamid Drake dr, perc

Berliner Debutkonzert in dieser Besetzung mit drei der weltweit namhaftesten Künstler der frei improvisierten Musik.
Letztes Jahr konzertierte das Meister-Trio auf Einladung Sainkho Namtchylaks erstmals zusammen. In St. Petersburg. Das Berliner Auftaktkonzert wird erneut Maßstäbe setzen.
"Music is the voice through which spirits speak."

Music Is
A Poem by William Parker
(Excerpt)

Music is the abysmal rainbow that bridges endless galaxies. It is the waterfall flowing through the desert, the mother, the offspring, the ointment, the foot and hand of the wind. All of nature is music: the many colored skies, space and planets.

Music is every wondrous canyon in a miracle´s dream. Music is evolution, the seed of change. Music existed and exists with or without human beings.

No race invented music.

Music is a form of energy, like the sun. Music is the voice through which spirits speak, using a language that is beyond words, a music that is beyond notes. Music informs us with a reality that is scented with the eternal. (…)

Music is the rhythm of butterflies. Music is hungry stomachs being filled. Music is justice. Music is blue water, blue whales, and blue cornmeal. (…)

Music´s only wish is the well-being of all human beings. Music exists to feed the spirit. Music is no war, not ever, for any reason. (…)

Music is the lasting response, the elixier. Music is nothing; music is everything. (...)

Aus: Sound Journal, A collection of writings by William Parker.

Sainkho Namtchylak, Vokalistin, Performance-Künstlerin, Lautpoetin, Autorin. Geboren in Kyzyl/Tuva, dort Mitglied des nationalen Floklore-Ensembles, Musikstudium in Moskau (Vokaltechniken traditioneller mongolischer Kehlkopfgesänge sowie westliche Stimmtechniken, insbesondere des Obertongesangs. 1987-89 erste Tourneen mit dem nationalen Folkloreensemble durch Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Beginn der ersten Zusammenarbeit mit russischen Jazzmusikern und Improvisateuren wie Vresh Milojan, Mergen Mongush und Gennady Tchamzyryn (FMP CD 080).
Seit den 90er Jahren widmet sie sich verstärkt der Synthese von traditioneller sibirischer Musik mit westlichen Gesangsstilen im Bereich der Improvisierten Musik, des Jazz und Pop. First solo-recording in 1991 (Lost Rivers, FMP CD 042). Von 1994-95 Gast des Berliner Künstlerprogramm des DAAD. Zusammenarbeit mit Peter Kowald, Butch Morris, Evan Parker, Jan Garbarek, Wolfgang Muthspiel, Andreas Vollenweider, Trilok Gurtu. Seither zahlreiche Auftritte in verschiedenen Besetzungen und als Solistin bei allen wichtigen Musik- und Literaturfestivals sowie Beteiligung an Theater- und Filmproduktionen. Beschäftigung mit afrikanischer Rhythmik.
Umfangreiche Diskografie (Folklore, Ethno-Jazz, Elektronika, klassische Tanz- und Weltmusik, frei improvisierte Musik). 2005 brachte sie ein musikalischen Märchen auf CD heraus (Arzhaana), aufgenommen in St. Petersburg und versehen mit ihren Illustration. Geschrieben hat sie das Märchen 1983; 1987 wurde es erstmals in der tuvenischen Literatur-Anthologie ´Ulug-Hem´ veröffentlicht.

William Parker, Bassist, Komponist, Bandleader. Geboren 1952 in New York. Zählt zu den wichtigsten Vertretern der heutigen New Yorker Musikszene und gilt als bester Bassist seit Charles Mingus.
Anfang der 70er Jahre gründete er seine erste Big Band. 1973 erste Zusammenarbeit mit Cecil Taylor aus Anlass einer Aufführung in der Carnegie Hall (Cecil Taylor & Orchestra). Ab Ende der 70er Jahre Mitglied in Gunter Hampels Big Band und Sam Rivers RivBea Orchestra. Seit den 70er Jahren auch Duo-Arbeit mit Vokalistin Ellen Christie. In den 80er Jahren reguläres Mitglied der Cecil Taylor Unit (bis 1990) sowie in diversen Besetzungen von Peter Brötzmann (Die Like A Dog Quartet u.a.) Organisierte 1984 in New York zusammen mit Peter Kowald das ´Sound Unity Festival´, das von A.R. Penck unterstützt wurde. Heute leitet er zusammen mit seiner Frau, der Tänzerin Patricia Parker, das seither alljährlich stattfindende Vision-Festival. Gründete 1993 sein Quartett In Order To Survive und 1994 das Little Huey Creative Music Orchestra. Weltweite Zusammenarbeit mit den bedeutendsten MusikerInnen der Gegenwart. Regelmässige Zusammenarbeit mit David S. Ware, Matthew Shipp u.a. Seit etwa sechs Jahren arbeitet er verstärkt mit seinem Quartett (The William Parker Quartet), dem Hamid Drake, Rob Brown und Lewis Barnes angehören. Sein letzter Auftritt beim Total Music Meeting war 1999 im Quartett mit Roy Campbell, Dan Carter und Alan Silva.

Hamid Drake, Schlagzeug, Rahmentrommel, diverse Handtrommeln. Geboren1955 in Monroe, LA. Lebt in Chicago. Gilt als einer der besten (und meistbeschäftigten) zeitgenössischen Perkussionisten.
Zu seinem Instrumentarium gehören neben einem klassischen Schlagzeug-Set auch afro-kubanische, indische und afrikanische Perkussionsinstrumente. Zusammenarbeit mit den bedeutendsten MusikerInnen, darunter Fred Anderson, Don Cherry, Jim Pepper, Pharoah Sanders, Foday Musa Suso, George Lewis, Peter Brötzmann, David Murray, Ken Vandermark, Assif Tsahar, Paul Rogers, Paul Dunmall, Georg Graewe, Irène Schweizer, Marilyn Crispell, Amine Claudine-Myers, Marilyn Mazur, Leena Conquest , Misha Mengelberg, Herbie Hancock, Joe McPhee, Kent Kessler, Henry Grimes, David S. Ware, Jemeel Moondoc, Abdoulaye N´Diaye, Paul Lytton, Michael Zerang, Rob Brown, Evan Parker, John Scofield, Toshinori Kondo, William Parker (Auswahl).


Donnerstag, 2. November 2006

DUO DEMIERRE / DUTHOIT (CH / F)
Jacques Demierre
p
Isabelle Duthoit cl, voc

Berliner Debut-Konzert von Isabelle Duthoit. Mit der französischen Klarinettistin und Vokalistin verbindet Jacques Demierre eine langjährige Duo-Zusammenarbeit, auch im Bereich Lautpoesie.
Im Vorjahr bot der Genfer Pianist beim TMM ein vielbeachtetes Konzert im Trio mit Urs Leimgruber und Barre Phillips.

Jacques Demierre Pianist, Performer, Komponist. Geboren 1954, lebt in Genf. Schwerpunkte seiner künstlerischen Arbeit sind: Improvisierte Musik, zeitgenössische Musik, Lautpoesie, Klanginstallationen. Seine Kompositionen und Klanglandschaften setzen sich mit dem Prozess des Hören/der Klangwahrnehmung und mit Klangräumen auseinander. Regelmäßige Zusammenarbeit mit MusikernInnen wie Sainkho Namtchylak, Barre Philips, Urs Leimgruber, Thomas Lehn, Axel Dörner, Irène Schweizer, Butch Morris, Carlos Zingaro, Jaap Blonk, Barry Guy, Han Bennink, Rhodri Davies, Paul Lovens, Dorothea Schürch. Zahlreiche Auftritte als Solo-Pianist und Zusammenarbeit mit Vincent Barras Bereich Performance und Sprachkunst.

Isabelle Duthoit, Klarinettistin und Vokalistin. Geboren 1970. Klassisch ausgebildet, tritt sie regelmäßig mit zeitgenössischen Musikensembles auf, so dem Atelier Instrumental du XX° siècle unter Leitung von Gilbert Amy, dem Ensemble Inter Contemporain und dem Ensemble Itinéraire.
Zusammenarbeit mit den Komponisten Georges Aperghis, Klaus Huber, Gilbert Amy, Kasper Toeplitz, Daniel D'Adamo, Vinko Globokar, Francesco Filide, George Crumb, Pascal Dussapin und Interpretin von Werken Berios, Xenakis´, Schönbergs, Boulez´, Dalapicolas.
Seit 1995 tritt sie als Solistin oder im Duo mit Jacques Di Donato auf, als Interpretin zeitgenössischer Stücke von Berio, Boulez, Lachenmann, Schiarino, Scelsi, Denisov. Als Improvisatorin konzertiert sie in unterschiedlichsten Besetzungen ( Duo, Trio, Quartett), mit Jacques Demierre, Gunda Gottschalk, Christine Wodrascka, Xavier Charles, Jacques Di Donato, Tim Hodgkinson. Rhodri Davies, Michel Doneda, Charlotte Hug.
Mitbegründerin des Improvisationsfestivals Fruits de Mhère From. Seit 2005 arbeitet sie mit Phil Minton, Veryan Weston, Michael Vatcher, Luc Ex und Gail Brand in einer Free Jazz/Rock Band zusammen und gibt Solokonzerte als improvisierende Vokalistin. Zusammenarbeit mit Tänzerinnen (Valérie Métivier, Catherine Tardif). Als Einfluss nennt sie Sainkho Namtchylak und Phil Minton.


Donnerstag, 2. November 2006

PIANO SOLO (D)
Michael Wilhelmi
p

Mit seinem improvisierenden Klavierspiel bewegt sich Michael Wilhelmi zwischen direktem Klang und geräuschhaftem Innenklavier. Dabei integriert er Musikströmungen und -techniken vergangener Epochen, von farbenreichen großen Gesten der ausgehenden omantik bis zum Punktualismus der 50er Jahre

Michael Wilhelmi, geb. 1974 in Ottweiler/Saarland. Studierte zunächst Mathematik, Logik und Philosophie an der Universität Leipzig, bevor er die Richtung wechselte und Jazz-Klavier und Komposition an der Hochschule für Musik ´Hanns Eisler´ in Berlin studierte, u.a. bei Georg Graewe und Aki Takase. Mitglieder der 1999 gegründeten Gruppe ´Super 700´ mit Musikern aus Amsterdam und Berlin. 2002 gewann die Gruppe den Berliner Senatspreis, war Finalist im Dutch Jazz Competition und spielte auf diversen Festivals.
Im selben Jahr gewann Wilhelmi mit dem Ensemble für Neue Musik ´Cliquetis Creux´ den Ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für junge Kultur in Düsseldorf; außerdem wurde ihm der Hanns-Eisler-Preis der Berliner Hochschule zugesprochen. Seit 2001 entwickelt er Steuerungssoftware für elektronische Musik zusammen mit der ´Controller-Band´, mit der er auch im In- und Ausland konzertiert. Zusammenarbeit mit der finnischen Fotokünstlerin Arja Hyytiäinen (Projektion + Sounds, 2004). Bisher letzte Theaterarbeit: Musik zu ´Viktor! Happiness is a warm gun´ (Regie: Barbara Weber), Koproduktion von Theater Freiburg/Hebbel Theater Berlin/Salzburger Festspiele (2006).
Zusammen mit Magda Mayas kuratiert er seit 2005 das vorzügliche Festival Tasten - Berliner Klaviertage.


Donnerstag, 2. November 2006

KING PAWNS (D/J)
Hans Reichel
guitar, daxophone
Kazuhisa Uchihashi e-guitar, daxophone

Im April 1993 konzertierte dieses Meister-Duo erstmals in Berlin im Rahmen des Workshops Freie Musik. In Japan hatten sie 1991 ihre Zusammenarbeit begonnen, die sie noch im selben Jahr sowie 1997 auf Welttournee führte.
Anfang 2006 nahmen sie zur Freude Aller ihre Duo-Arbeit wieder auf.

Hans Reichel, Komponist und Improvisator, Gitarrenbauer und Daxophone-Erfinder Designer zahlreicher Schriftfamilien (TMM-Plakat und Programmbroschüre sind seit 2001 in der Dax-Schrift von Hans Reichel gesetzt (seit 2005 benutzt auch UPS und die New Democratic Party of Canada diese Schrift). Geboren 1949 in Hagen, Westfalen. Lebt in Wuppertal. Der ´Guru der experimentellen Gitarre´ erhielt 1998 Kunstpreis der Stadt Wuppertal. "Als Improvisator und Komponist, als Solomusiker und im Ensemblespiel bewegt sich Reichelt in den Grenzbereichen zwischen herkömmlichen musikalischen Genres und zeitgenössischer Musik, wobei er bisher unvorstellbare und unbekannte Klangdimensionen erschließt" (Jazz Live). Langjährige Zusammenarbeit mit dem japanischen Gitarristen Kazuhisa Uchihashi (1991 - 1997). Einige der Aufnahmen aus dieser Zeit wurden veröffentlicht (FMP CD 036). Weitere Veröffentlichungen auf FMP and a/l/l:
Coco Bolo Nights (FMP 010), Angel Carver (FMP 015), X-Communication (FMP 033), Shanghaied on Tor Road (FMP 046), The Death of the Rare Bird Ymir/Bonobo Beach (FMP 054), The Dawn of Dachsman (FMP 060), The Vandoeuvre Concert (FMP 072), Buben…Plus (FMP 078), Yuxo. A New Daxophone Operetta by Hans Reichel (a/l/l 003), (OUT OF PRINT).

Kazuhisa Uchihashi, Komponist, Gitarrist, Daxophone-Spieler. Geboren 1959 in Osaka, begann Uchihashi im Alter von 12 Jahren Gitarre zu spielen und war Mitglied verschiedener Rockbands. Später nahm er ein Jazzmusik-Studium auf. 1988 wurde er Mitglied der Band ´First Edition´; 1990 gründete er die Band ´Altered States´. 1991 erste Begegnung mit Hans Reichel und seither Zusammenarbeit , die sie 1991 und 1997 auf Welttournee führte. Von 1994 bis 1997 Mitglied in Otomo Yoshihides Gruppe´Ground Zero´; Tournee in Taiwan, Hong Kong und Macao. Zusammenarbeit in der Folge mit Roger Turner, Barre Phillips, Wadada Leo Smith, Peter Brötzmann, Jon Rose, Eugene Chadbourne, Derek Bailey, Elliott Sharp, u.v.a. Uchihashi war musikalischer Leiter der Theatergruppe ´Ishin-ha´ in Osaka und hat zahlreiche Filmmusiken komponiert. Darüber hinaus arbeitet er mit Tänzern, Malern und Dichtern zusammen und gibt Improvisationsworkshops in Japan und Europa. Auf Zenbei Records, Uchihashis eigenem Label, ist unlängst die CD KING PAWNS erschienen, die ihre neuerliche Duo-Zusammenarbeit dokumentiert.


Freitag, 3. November 2006, 20.00 Uhr

TRIO HIRAYAMA / MITI / ORSELLI (J / I)
Michiko Hirayama
voice
Luca Miti p, voice, acoustic & electro-acoustic sound objects
Mauro Orselli selected drums and cymbals, radio, voice, sound objects

Erstmals als Improvisatorin ist jetzt diese grosse und berühmte Dame des zeitgenössischen Gesangs in Berlin zu erleben, die hier zusammen mit ihren langjährigen Mitstreitern Luca Miti und Mauro Orselli auftritt.

Michiko Hirayama, geboren in Tokyo, Studium an der Universität Tokyo und Beginn ihrer Gesangs- und Bühnenkarriere in Japan. Ausgebildet in konventionellen europäischen Stimmtechniken, aber auch in traditionellem japanischen Gesang, ging sie in den 60er Jahren nach Rom und stand bald im Mittelpunkt vieler zeitgenössischer Komponisten wie John Cage, Morton Feldman, Iannis Xenakis, Luciano Berio, Luigi Nono, Giascinto Scelsi. Über hundert Werke wurden ihr seither gewidmet, die sie bei den bekanntesten internationalen Festivals, in Konzertreihen sowie in Radio und Fernsehen uraufgeführt hat. Die heute über 80jährige Doyenne des zeitgenössischen Gesangs arbeitet aber auch seit langem als Improvisatorin im Trio mit den jungen italienischen Komponisten und Instrumentalisten Luca Miti und Mauro Orselli. Eine neue CD ihrer jüngsten Zusammenarbeit ist soeben erschienen.

Luca Miti, Pianist, Vokalist, Komponist. Studierte Jazzpiano, erweitere Vokaltechniken und Barockflöte. extended vocal techniques and Schnabelflöte. Geboren 1957 in Rome. Arbeitet seit 1980 als Komponist und Interpret zeitgenössischer Musik. Sein besonderes Interesse gilt der Erforschung von und Experimentation mit Klängen. Enge Zusammenarbeit mit Alvin Curran, Mauro Orselli, Michiko Hirayama u.a. Komponisten wie Pauline Oliveiros und Tom Johnson haben ihm Pianostücke gewidmet. Miti zählt seit 25 Jahren zu den Schlüsselfiguren der italienischen experimentellen Musikszene.

Mauro Orselli, geboren 1958 in Rome. Seit 1978 als Komponist und Musiker tätig. Umfangreiche Diskografie. Komponiert für Tanz, Theater, Film. Tätigkeit bei dem italienischen Radiosender RAI sowie beim österreichischen, deutschen und belgischen Radio. Lebte von 1993 bis 1996 in New York, wo er als Musiker, Komponist und Lehrer arbeitet. Zusammenarbeit mit Antonello Salis, Yuko Fujiyama, Fredrik Rzewski, William Parker, Mark Dresser, Ellen Christie, Maggie Nicols, Steve Lacy, Evan Parker, Giancarlo Schiaffini, Mario Schiano, Abdoulaye Ndiaye, Famoudou Don Moye, Jin Hi Kim, u.v.a.


Freitag, 3. November 2006

DUO MAYAS / NOWITZ (D)
Magda Mayas
p
Alex Nowitz voice

Eine der interessantesten Duo-Formationen, die Berlin zu bieten hat!

Magda Mayas, geb. 1979, Jazzklavierstudium an der HfM Hanns Eisler in Berlin sowie in Amsterdam. Mit ihrem Quartett Mayas/Nutters/Olsen/Galvez spielte sie u.a. auf dem Total Music Meeting (2005). Duo-Arbeit mit Tony Buck und im Trio mit Michael Renkel und Sabine Vogel. Mitglied von ´n- collective´, einem 2001 in Amsterdam begründeten internationalen Netzwerk junger Musiker/Improvisatoren/Komponisten. Im April 2006 Als Solistin und im Trio mit Dirk Bruinsma und Béchir Sadé. Im April 2006 Teilnahme am 6. Internationalen Festival für Improvisierte & Experimentelle Musik in Libanon. Zusammenarbeit u.a.mit Johannes Bauer, Christoph Kurzmann, Andy Moore, Tristan Honsinger und Michael Moore. Unterrichtet Jazzklavier/Keyboards an der Musikschule Prenzlauer Berg. Vorbereitung einer US-Tour für 2007 zusammen mit Travis Just. Mit Pianist Michael Wilhelmi kuratiert und organisiert sie seit 2005 das vorzügliche Festival Tasten-Berliner Klaviertage.

Alex Nowitz, geb.1968 als Alexander Georg Sedlmeier. Benutzte 1990 erstmals das Pseudonym Alex Nowitz. Studierte Gesang, Komposition, Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Psychologie in München, Berlin, Potsdam (D) und Potsdam (USA). Er ist ebenso Sänger, Stimm- und Pfeifkünstler, der mit Musikern und Komponisten als Improvisationskünstler oder Interpret international auftritt. Komponist von Kammermusik unterschiedlichster Besetzungen, von Werken für Tanz-, Sprech- und Musiktheater, sowie von elektronischer Musik. Zuletzt: ´Die Bestmannoper´ (UA April 2006 am Theater Osnabrück). Als Live-Musiker wirkte er im September d. J. an der ´Sommernachsttraum´-Aufführung (Thomas Ostermeier/Constanza Macras) an der Schaubühne Berlin mit.
Zahlreiche Preise, Stipendien und Auszeichnungen.


Freitag, 3. November 2006

RUTHERFORD-QUARTET (GB / B)
Fred Van Hove,
p, acc
Paul Rutherford tb
Paul Rogers b
Paul Lytton dr, perc

"Ich möchte Musik machen - mit einem Hammer und mit einer Feder. Beides macht die Kraft und die Vielfalt der Musik aus" (Paul Rutherford)*.

Eine Begegnung mit vier Urgesteinen und Meistermusikern der englischen und belgischen Free Jazz und Improv-Szene. Erstaunlicherweise ist dies erst ihr zweites Konzert in dieser Besetzung.

Fred Van Hove, Pianist, Akkordeonist, Organist, Komponist. Geboren 1937 in Antwerpen. Seit 1964 freiberuflicher Profimusiker; erste Zusammen 1966 mit Peter Brötzmann, ursprünglich im Quartett oder in größeren Besetzungen (siehe Machine Gun, FMP CD 024) sowie im Trio mit Han Bennink. 1970 erste Solokonzerte . Gründete 1972 das Musikerkollektiv WIM (Werkgroep Improviserende Musici) sowie eine Reihe von Ensembles, die Maßstäbe setzten.
1983 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und Konzerte mit seinen Gruppen MLA, MLA Blek, ML DD 4 sowie mit in Berlin lebenden Musikern. Vielfache Zusammenarbeit und Tourneen mit Steve Lacy, Vinko Globokar, Albert Mangelsdorff, Lol Coxhill, Annick Nozati, Johannes Bauer, Wolfgang Fuchs, Marilyn Crispell, Paul Rutherford, André Goudbeek, Ivo Vander Borght, Hans Reichel, Ned Rothenberg, Phil Wachsmann, Peter Kowald, Evan Parker, Barry Guy, Sabu Toyozumi, Tetsu Saitoh, Paul Rogers, Paul Lytton. Fred Van Hove hat darüber hinaus mit Dichtern und Malern zusammengearbeitet, darunter dem Action painter W.J.C. Free, und Seminare und Workshops in ganz Europa geleitet. Im Juni 1996 ernannte ihn die belgische Regierung zum Kulturbotschafter Flanderns und ermöglichte ihm Auslandstourneen.
Zahlreiche seiner Kompositionen schrieb er für Projekte der WIM; andere entstanden für Film und Theater. Umfangreiche Diskografie. Zuletzt erschienen: FACETTEN (a/l/l 012, Fred Van Hove solo und im Duo mit Wolfgang Fuchs, aufgenommen beim TMM 2004).

Paul Rutherford, Posaunist, Pianist, Komponist. Geboren 1940 in London. Ein Meistermusiker der britischen Schule und "Architekt der freien Improvisation auf der Posaune" (Clifford Allen). Das multiphone Posaunenspiel hat er nach eigener Aussage entwickelt und (noch vor Mangelsdorff) angewendet. 1964 Gründungsmitglied des Little Theatre Clubs in London, der zum Zentrum der freien Musikszene werden sollte. Zusammen mit John Stevens, Trevor Watts und Harry Miller gründete er 1966 das Spontaneous Music Ensemble (SME). Mitglied im Mike Westbrook Orchestra, Globe Unity Orchester, London Jazz Composers Orchestra, ICP Tentet. 1970 Gründung von ISKRA 1903 zusammen mit Derek Bailey und Barry Guy); 1980 erneuert mit Barry Guy und Phil Wachsmann. Vielbeachtete Auftritte als Solist und Einspielungen für Solo-Posaune (darunter The Gentle Harm of the Bourgeoisie, 1974 und Old Moers Almanac, 1976). Hat in unterschiedlichsten Besetzungen mit den meisten Improvisationsmusikern Europas gespielt und mit führenden Komponisten wie Vinko Globokar, Luciano Berio und Krzysztof Penderecki zusammengearbeitet. Gründung einer Big Band, Iskrastra, für die er komponiert. Er nennt seine Stücke ´comprovisations´. In den letzten Jahren tourte Rutherford verstärkt in den USA und Kanada, wo er mit ´ex-patriots´ wie dem Bremer Bassisten Torsten Müller und mit überwiegend jüngeren Musikern zusammenarbeit.

* Aus: Bert Noglik, Jazzwerkstatt, 1981

Paul Rogers, Bassist, Komponist. Tritt in Berlin mit seinem 7-saitigen Bass auf ("with 21 sympathetic strings").
Geboren in Chester; zog 1974 nach London. Zusammenarbeit mit Mike Osborne, Elton Dean, John Stevens, Stan Tracey, Paul Rutherford, Keith Tippett, Paul Dunmall, Evan Parker, Tony Levin; Mitglied des ´Mujician´-Ensembles, Auftritte auch als Solist. "Das Publikum ist ebenso Teil der Musik wie der Musiker selbst. Ihre Gegenwart erzeugt eine Energie, eine wie auch immer geartete geistige Kraft. Vorgefertigtes Material interessiert mich nicht. Meine Vorarbeit besteht darin, so viel wie möglich zu üben und Musik zu studieren, so dass ich, wenn ich auf der Bühne zu spielen beginne, eine Komposition aus den Klängen kreiere, die ich, in dem jeweiligen Raum und mit den jeweiligen Zuhörern gemeinsam erschaffe.
Ende der 80er Jahre lebte er vorübergehend in den USA; 1992 siedelte er nach Frankreich über.
"Es ist eine Schande, aber wir leben in einer Welt, in der so viel Kunst entsteht, die vielfach weder gesehen noch gehört wird. Wir sind umgeben von Kreativität, und vielleicht würden mehr Menschen für sich etwas aus dieser Kunst ziehen, wenn sie die Möglichkeit hätten, sie zu erleben. Improvisierte Musik hätte einen höheren Stellenwert und genösse ein viel grösseres Ansehen, wenn es nicht immer um Geld ginge und sie die Musik im Radio und Fernsehen spielen würden. Dann würden mehr Leute sie anhören."

Paul Lytton, Schlagzeuger, Perkussionist, Live-Elektroniker, Zahnarzt und Instrumenten-inventor. Geboren 1947 in London. Spielte von 1966-69 mit vielen Musikern aus der Londoner Jazzbruderschaft. Durch den Kontakt mit Musikern wie Evan Parker, Derek Bailey und Tony Oxley began er sich für die kontinentale Improvisationsszene zu interessieren. Entwicklung eigener Instrumente, darunter selbstgebaute Trommeln, elektrisch verstärkte Instrumente und Objekte. 1970 Gründungsmitglied der London Musician´s Co-op und 1976 der Aachener Musikerkooperative. Hat als freiberuflicher Musiker in unterschiedlichsten Besetzungen mit nahezu allen namhaften Vertretern der europäischen Improvisationsszene gespielt. Zusammenarbeit in jüngster Zeit vor allem mit Evan Parker and Barry Guy, Mitglied in Evan Parkers Electronic Project, Barry Guys New Orchestra, King Übü Örchestrü; Konzerte und Aufnahmen mit Marilyn Crispell, Phil Wachsmann, Ken Vandermark, aber auch Auftritte als Solist. Tourneen, Konzerte, Radioarbeit in Europe, USA, Kanada, Japan.
Mitglied des Globe Unity Orchestra 2006. Umfangreiche Diskografie. Lebt seit 1975 in Belgien.


Samstag, 4. November 2006, 20.00 Uhr

TRIO DE CLARINETTES (F)
Armand Angster
Jean-Marc Foltz
Sylvain Kassap

Das weltbekannte Trio de clarinettes in neuer Besetzung!

Drei Musiker, die trotz ihrer höchst unterschiedlichen Entwicklung und unkonventionellen Karrieren eines miteinander verbindet: die Klarinette in all ihren Spielarten. Ihre Musik überwindet die Grenzen von Genre und Stil, verbindet Ausdrucksstärke und die pulsierende Energie des Jazz mit der Virtuosität und Präzision zeitgenössischer Musik, mit dem authentischen Gefühl und der vitalen Spielfreude des traditionellen Idioms
Ihren Auftritt gestalten die drei furchtlosen Exponenten dieses populären Instrumentes mit viel Humor. Sie wechseln von notiertem zu improvisiertem Material, tauschen ihre poetischen Ideen untereinander aus und entfalten dabei ein Höchstmaß an dynamischer Bandbreite. Das sind die Sounds und Rhythmen von heute.

Armand Angster, Komponist und Klarinettist. Sein Repertoire als Solist reicht von Mozart bis zu den neuesten Werken des 20. und 21. Jahrhunderts und der improvisierten Musik. Ihm haben Komponisten wie Ferneyhough, Dusapin, Aperghis, Donatoni, Mâche u.a. zahlreiche Stücke gewidmet. Mit der Sopranistin Françoise Kubler gründete er die inzwischen legendäre Formation Accroche Note (FMP CD 083). Lehrtätigkeit am Strasburger Konservatorium (Klarinette und Kammermusik). Ein früheres Trio de clarinettes Projekt vont Armand Angster, mit Louis Sclavis und Jacques Di Donato, wurde 1990 live beim TMM aufgenommen und auf CD veröffentlicht ( FMP CD 039).

Jean-Marc Foltz, Studium am Strasburger Konservatorium, tritt sowohl als Interpret zeitgenössischer Musik auf wie auch als Improvisations - und Jazzmusiker.
Zusammenarbeit im Duo und Trio Pianist Stéphan Oliva und Bassist Bruno Chevillon sowie in unterschiedlichen Besetzungen mit Raymond Boni, Joe McPhee, Latif Chaarani und Xavier Charles. Mitglied verschiedener größerer Jazzbesetzungen sowie in Formationen wie Musikfabrik NRW, Ensemble InterContemporain, Accroche Note. Arbeitet mit einigen der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten zusammen, darunter Aperghis, Boulez und Dusapin, sowie als Solist mit David Robertson, Hans Zender, Mark Foster, Jürg Wyttenbach.

Sylvain Kassap, Komponist, Klarinettist und Ex-Saxofonist. Geboren 1956. Zusammenarbeit mit Michel Portal, John Surman, Henri Texier, Barre Phillips, Steve Lacy, Sam Rivers, Evan Parker und Mitglied verschiedener Ensembles für moderne und zeitgenössische Musik, die überwiegend Werke von Strawinsky, Varèse, Webern, Aperghis, Bério, Cage, Stockhausen und Ferrari spielen.
Seit den 80er Jahren komponierte er zahlreiche Musiken für Theater-, Tanz-, Film- und Fernsehproduktionen. Zahlreiche Einspielungen.


Samstag, 4. November 2006

GEORG GRAEWE SONIC FICTION (D / GB / NL / USA / A )
Almut Kühne, Phil Minton
voices
Carrie Shull, Frank Gratkowski, Peter van Bergen, reeds
Joanna Lewis violin
Amora de Swardt violin
Elaine Koene viola
Melissa Coleman cello
Anne LeBaron harp
Kent Kessler b
DD Kern dr, perc
Georg Graewe dr, perc

Berliner Debutkonzert des neuen Orchesters von Georg Graewe, das unlängst beim Nickelsdorfer Festival Premiere feierte. Eine weitere Konzert-Station ist Bochum.

Vor 25 Jahren stellte Georg Graewe in Bochum seine erste Großformation - das GrubenKlangOrchester - zusammen, das bis 1993 in wechselnden Besetzungen international zahlreiche Auftritte und Radioproduktionen absolvierte. SONIC FICTION ist international besetzt; die MusikerInnen stammen aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen. Mit einigen arbeitet Graewe seit Jahren zusammen, andere hat er erst in jüngster Zeit für sich entdeckt. "Teile des Repertoires basieren auf Kompositionen aus den 80er Jahren, andere sind aus jüngerer Zeit, manches entsteht gerade erst. Nicht Einheitlichkeit, sondern Kontinuität ist dabei sein formales Kriterium" (Georg Graewe).

Almut Kühne, geb. 1983 in Dresden. Gesangsstudium an der HfM Hanns Eisler in Berlin. Dort seit 2005 auch Komposition und Klavier bei Georg Graewe. Neben zahlreichen Auftritten als Gastsolistin leitet sie ihr eigenes Ensemble, die ´Kühne Kulturkapelle´ in Berlin.

Phil Minton, geb. 1940 in Torquay (England). Kam 1961 nach London und wurde zunächst als Trompeter und Sänger im Mike Westbrook Orchester bekannt. Er gehört zu den weltweit wichtigsten und gefragtesten Vokalartisten der Gegenwart, als Solist und mit unterschiedlichsten Ensembles. Beim TMM zuletzt 2003 mit dem King Übü Örchestrü zu hören.

Carrie Shull, geb. 1971 in Winston Salem, NC. Oboenstudium an der University of North Carolina und erste Konzerte sowie Europatourneen mit Gitarrist Eugene Chadbourne. Mitglied des Komponistenensembles ´pulsoptional´ sowie von Kammermusikensembles und Sinfonieorchestern in NC.

Frank Gratkowski, geb. 1963 in Hamburg. Saxophonstudium in Köln; weitere Studien bei C. Mariano, S. Nistico, S. Lacy. 1995 Gründung des Frank Gratkowski Trios; seit 2000 zum Quartett erweitert (D. Manderscheid, G. Hemingway, W. Wierbos). 2005 ausgezeichnet mit dem SWR Jazzpreis. Beim TMM zuletzt 2003 im Duo mit Georg Graewe zu hören.

Peter van Bergen, geb. 1957 in Tubbergen. Saxophonstudium in Den Haag. Gründung des LOOS-Ensembles (1982) sowie der LOOS-Foundation und des Instituts für Improvisation. Beim TMM zuletzt 2005 mit LOOS + LUST zu hören.

Koehne Quartett (Lewis/de Swardt/Koene/Coleman), Wien
Das Koehne Quartett, 1987 gegründet von Joanna Lewis, zählt zu den überragenden Interpreten zeitgenössischer Musik in Mitteleuropa. Das Repertoire des Quartetts umfasst klassische Kompositionen für Streichquartett sowie Arbeiten des 20. und 21. Jahrhundert.

Joanna Lewis, geb. 1963 in Adelaide. Violin-, Cello- und Kompositionsstudium in Queensland. Ab 1985 Studium an der HfM + Darstellende Kunst in Wien; dort Abschluss mit Auszeichnung.

Amora de Swardt, geb. 1963 in Kapstadt. Studium an der UCT (University of Cape Town) sowie am Konservatorium in Wien. 1986-88 Primgeigerin beim Opernorchester in Kapstadt. Lebt seit 1990 als freischaffende Musikerin in Wien.

Elaine Koene, geb. 1976 in Fraserburgh, Schottland. Studierte Viola in Glasgow und London. Orchesterengagements in Glasgow und Mailand. Lebt seit 2002 in Wien. Zusammenarbeit mit Anthony Braxton, Klangforum Wien, Wiener Kammerorchester.

Melissa Coleman, geb. 1968 in Melbourne. Cello-, Piano und Kompositionsstudium in Melbourne. Abschluss mit Auszeichnung. Meisterklassen in Europa mit Milos Mlejnik, Mischa Maisky, Mark Dobrinsky, William Pleeth.

Anne LeBaron, Kompositionsstudium bei Ligeti und Kagel. Genießt als innovative Komponistin und Musikerin großes internationales Ansehen; Aufführung ihrer Werke in den USA, Europa, Australien, Kuba, China. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Lehrt Komposition am Californian Institute of the Arts. Beim TMM zuletzt 2003 mit dem King Übü Örchestrü zu hören.

Kent Kessler, geb. 1957 in Crawfordsville, IN. Studium am Chicago Musical College. Zusammenarbeit mit Fred Anderson, Hamid Drake, Michael Zerang, Brötzmann, u.v.a.

DD Kern, geb. 1973 in Lustenau (A). Neben seiner Tätigkeit als Schlagzeuger arbeitet er auch im Bereich der elektronischen Musik und als DJ.

Georg Graewe, geb. 1956 in Bochum. Pianist, Komponist, Bandleader. Lehrtätigkeit an der Hanns-Eisler-Musikhochschule Berlin (Komposition und Jazzpiano). Die Auseinandersetzung mit der europäischen Musiktradition im Kontext der experimentellen und improvisierten Musik steht im Mittelpunkt seiner Arbeit als Pianist und Komponist.


Sonntag, 5. November 2006, 11.00 Uhr

FILMMATINEE 11.00 Uhr(F)
Deutsche Erstaufführung

AFIJN
Niederlande 2005
Dokumentarfilm, 77 Minuten, Farbe
Regie, Schnitt: Jellie Dekker

Dokumentarfilm von Jellie Dekker über den Komponisten, Pianisten und Bandleader Misha Mengelberg.
In Anwesenheit der Regisseurin und des Toningenieurs Dick Lucas.

Kamera: Daniel Gallenkamp, Wolter Wierbos, Jellie Dekker
Ton: Dick Lucas
Standfotografie: Pieter Boersma
Übersetzung: Frank van Herk
On Line: Het Raam Post
Produktion: Rinus Stroes, Susanna von Canon
Erstaufführung: Dezember 2005 in Amsterdam (Bimhuis)
TV-Erstsendung: 5. Juni 2006 anlässlich Misha Mengelbergs Geburtstag

ICP Orchestra
Mary Oliver violin viola
Tristan Honsinger cello
Ernst Glerum bass
Tobias Delius ts cl
Ab Baars ts cl
Michael Moore as cl
Thomas Heberer tp
Wolter Wierbos tb
Han Bennink dr
Misha Mengelberg p

Interviews mit
Pieter Boersma (Fotograf), Susanna von Canon (ICP Manager), Guus Janssen (comp, p), Tomoko Mukayama (p), Louis Andriessen (comp), Wim T. Schippers, Ab Baars, Tobias Delius, Han Bennink, Rik Schipper (Sinologe)

Ausschnitte aus Konzerten und Aussagen zahlreicher Weggefährten vermitteln einen Einblick in Mengelbergs unverwechselbare Denk- und Arbeitsweise. Historische Filmaufnahmen zeigen Mengelbergs Entwicklung vom klassischen Komponisten zum Jazzmusiker und stilbildenden Improvisator, der die niederländische Improvisationsszene nachhaltig geprägt hat.

Jellie Dekker Leiterin des Musik und Tanzprogramms bei NPS-TV. Inszenierte Opern, darunter ´Aus Deutschland´ von Maurizio Kagel und ´A King Riding´ von Klaas de Vries, Ballette (Romeo and Julia, Nussknacker, The Green Table) sowie zeitgenössische Choreographien von Van Dantzig, Duato und Van Manen. Mit ihren eigenen, kleineren Produktionen wie dem Tanzfilm ´Sulphur´und dem Film ´Instant Steps´ über den Tanzimprovisator Michael Schumacher war sie auf internationalen Festivals vertreten.


Sonntag, 5. November 2006, 14.30 Uhr


ABSCHLUSSKONZERT, 14.30 h
Workshopkonzert mit Gästen
Leitung: Wolfgang Fuchs

Die TeilnehmerInnen des Workshops Orchestrale Improvisation (2. - 4.11.) bestreiten zusammen mit Gästen das musikalische Finale des Festivals.

WORKSHOP
Orchestrale Improvisation
Leitung: Wolfgang Fuchs (ss, bcl, cbcl)

(2. - 4.11.)

Der Workshop findet am 2., 3. und 4. November jeweils 3 Stunden nachmittags statt und beschließt am Sonntag das Festival mit einem Konzert der Workshopband & Gastmusikern.

Zur Teilnahme aufgerufen sind SpielerInnen aller Instrumentengattungen und unterschiedlichster Musikrichtungen. Alle musikalischen Stilistiken und Prägungen sind willkommen.

Voraussetzung: Spielfreude, Neugierde und Lust, gemeinsam etwas Neues zu schaffen.

Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf 15 Personen begrenzt.

Teilnahmegebühr: € 65 (inkl. Festivalpass € 100)

Wolfgang Fuchs, geb. 1949 in Landau. Holzbläser, Komponist. Leiter des King Übü Örchestrü. Trio mit Hans Koch und Peter van Bergen (Holz für Europa); mit Xu Fengxia und Roger Turner (The New Flags). In der Vergangenheit Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen Musikern. Arbeitet auch als Solist und gibt Workshops. Mitglied des TMM-Komitees seit 2000. Umfangreiche Diskografie. Zuletzt: ´Facetten´(a/l/l 012) mit Fred Van Hove. Live at Total Music Meeting 2004.


Die Ausstellungen der Berlinischen Galerie sind aus Anlass des TOTAL MUSIC MEETING am 2., 3. und 4.11. von 10 - 24 Uhr geöffnet. Öffnungszeiten am 5.11.: 10 - 18 Uhr. Der Erwerb eines Konzerttickets berechtigt zum Besuch aller Ausstellungen. Für Musik- und Kunstgenuss pur - Made in Berlin.

Sasha Stone - Berlin in Bildern (27.10.06 - 11.03.07)

Diese Ausstellung wird im Kontext des ´Europäischen Monats der Fotografie´ gezeigt und präsentiert erstmalig verloren geglaubte Fotografien aus dem Berlin der späten 20er Jahre.

Michael Schmidt - "EIN-HEIT" (27.10.06 - 11.03.07)

Auseinandersetzung mit deutscher Identität in 163 Bildern. Die frühesten Aufnahmen zeigen Bilder aus der Nazizeit; die jüngsten stammen aus den 90er Jahren..

Susa Templin - "Berlin-Barock" - Fotoarbeiten über Berlin (19.10.06 - 21.02.07)

Susa Templin fotografiert die Stadt mit dem Blick der Neuberlinerin, bearbeitet die Fotografien und baut daraus mit farbigen Seidenpapier und Folie Modelle. Die so geschaffenen Räume werden zu barocken Fantasien.

Marwan. Khaddousch oder das unbekannte Frühwerk. Aquarelle und Zeichnungen 1962 - 1971 (September 7, 2006 - January 7, 2007)

Der syrische Maler Marwan studierte von 1957-63 in Berlin, wo er seither als freischaffender Künstler lebt und von 1980-2001 an der Universität der Künste lehrte. Das Werk öffnet unseren Blick für das Ringen um ureigene Weltbilder, die Suche nach Ortsbestimmung in einem bis heute fremden, und doch zur Heimat gewordenen Europa.

FLIC FLAC - Kunst aus Berlin (Februar 2006 - März 2007)

Diese Ausstellung der Sammlung der Berlinischen Galerie zeigt nicht nur neue, noch nie vorgestellte bzw. neu erworbene Kunstwerke, sondern präsentiert sie auch in neu gestalteten Räumen. Auswahl und Konstellation der Kunstwerke fordern den Betrachter dazu auf, die Vielseitigkeit und Lebendigkeit der altbekannten oder auch neuen Arbeiten zu entdecken, jenseits von tradierten Sehgewohnheiten.


Total Music Meeting 2006 Internationales Künstlerfestival für Improvisierte Musik

Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstr. 124 - 12810969 Berlin-Kreuzberg
Tel. 030-78902600
Fax 030 - 78902701
bg@berlinischegalerie.de
www.berlinischegalerie.de

Verkehrsverbindung:
U-Bahn U1 Hallesches Tor / U 2 Spittelmarkt / U 6 Kochstr.
Bus: 265, M29, M41

Der Festivalpass berechtigt zum Besuch aller TMM-Konzerte am 2., 3. und 4. 11. sowie zum Besuch (auch tagsüber) aller Ausstellungen der Berlinischen Galerie.

Sonderöffnungszeiten der BG am 2., 3., 4.11.: 10 - 24 Uhr. 5.11.: 10 - 18 Uhr

Tageskarte: € 18 (Konzerte + Ausstellungen)

Festivalpass: € 50 (Konzerte am 2., 3., 4.11. + Ausstellungen)

Film: € 5 (5.11.)

Abschlusskonzert: € 8 (5.11.)

Workshop: € 65 (inkl. Festivalpass € 100)

Kartenvorverkauf ab 25.10. in der Berlinischen Galerie

Kartenservierung/Anmeldung Workshop beim Veranstalter

TMM-Kontakt/Veranstalter/Infos/Kartenreservierung/Workshop-Anmeldung:

FMP FREE MUSIC PRODUCTION Distribution & Communication
Helma Schleif
Lachmannstr. 1
10967 Berlin
Tel. 030 - 3237526
Fax 030 - 3249431 fmp.distribution@t-online.de
www.free-music-production.de
www.fmp-online.de

TMM in Kooperation mit
Berlinische Galerie. Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Berliner Künstlerprogramm des DAAD
Akademie der Künste/Elektro-akustisches Studio
Druckatelier Margull
Förderverein Improvisierte Musik (FIM) e.V.
Total Music Production (TMP) Berlin

TMM-Komitee Helma Schleif (Organisation/Programm)
Wolfgang Fuchs (Programm)
G. Fritze Margull (Programmberatung + TMM-Kunstedition)

TMM-Schirmherrschaft Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit

TMM-Team Hrólfur Vagnsson (Toningenieur) / Carsten Klopfer, Martin Burike (Bühnenmeister) / Josef Abdel-Wahed (Licht) / Ingeborg Ermer / Anette und Werner Merz / Werner Meyke / Susanne Roewer / Nikolaus Becker (Festivalfotografie) / Anna Lytton (Backstage) /
John Rottiers (Medien)
Klaus Untiet/wppt:kommunikation (Printmedien) / ...... (Fotos) / Claudia v. Alemann (Filmdokumentation) / Helmut Heidrich (Online-Betreuung) /

TMM-KUNSTEDITION Namhafte Künstler stellen seit 2003 Arbeiten zur Mitfinanzierung des TMM zur Verfügung. Unterstützen auch Sie das TMM durch den Kauf eines Blattes aus der TMM-Kunstedition. Han Bennink - Urs Jaeggi - Peter Kowald - Helge Leiberg - Max Neumann - Hanns Schimansky (siehe TMM-Kunstedition)


| Programm Total Music Meeting '06

| Kunstedition

| Kartenreservierung + Workshop-Anmeldung


      
Mit freundlicher Unterstützung:

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Berliner Künstlerprogramm des DAAD









Helma Schleif
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& a/l/l
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Tel.: +49 30 323 7526
Fax.: +49 30 324 9431
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Total Music Meeting 2006: 2. - 5. November
@ Berlinische Galerie. Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur