TOTAL MUSIC MEETING 2007
(1. - 4. November)

Internationales Künstlerfestival für Improvisierte Musik

Berlinische Galerie

Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Alte Jakobstr. 124 - 128, D-10969 Berlin-Kreuzberg


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Programmübersicht


Do 1. November 2007 | 19.30 h | Eröffnung

STRAWALDE / SOMMER (D)
Strawalde (aka Jürgen Böttcher)
live action painting
Günter ´Baby´ Sommer dr, perc

MORTAZAVI / MORTAZAVI (Iran)
Mohammad Reza Mortazavi
tombak, daf
Ali Reza Mortazavi santur

SOLO (Israel)
Ariel Shibolet
sopranosax

TIPPETTS / TIPPETT / KELLERS (GB / D)
Julie Tippetts
voice
Keith Tippett piano
Willi Kellers drums, percussion


Fr 2. November 2007 | 19.30 h

SOLO (USA / D)
David Moss
dr, perc, voice

GÜTTLER / BAUER / DAFELDECKER / LEHN
Wolfgang Güttler
double bass
Matthias Bauer double bass, voice
Werner Dafeldecker double bass, live electronics
Thomas Lehn analogue synthesizer

RUBIN / DUNIETZ (Israel)
Harold Rubin
clarinet
Maya Dunietz piano

PARKER / EDWARDS / MOHOLO-MOHOLO (GB /SA)
Evan Parker
soprano- & tenorsax
John Edwards double bass
Louis Moholo-Moholo drums, percussion


Sa 3. November 2007 | Beginn: 19.30 h

SOLO (F)
Sophie Agnel
piano

FUCHS / KUBLER / VAGNSSON / BAUER (D / F / Island)
Wolfgang Fuchs
ssi, bcl, cbcl
Françoise Kubler sopran
Hrólfur Vagnsson accordion
Matthias Bauer double bass

HUG / CASSERLEY (CH / GB)
Charlotte Hug
viola, voice
Lawrence Casserley computer processing

PARKER / EDWARDS / MOHOLO-MOHOLO (GB / SA)
Evan Parker
soprano- & tenorsax
John Edwards double bass
Louis Moholo-Moholo drums, percussion


So 4. November 2007

11.00 h SURPRISE ACT

15.00 h ABSCHLUSSKONZERT WORKSHOPS

Workshop 1: David Moss | Workshop 2: Willi Kellers

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Grußwort der Intendantin Stiftung Berliner Philharmoniker

Frau Pamela Rosenberg

Der Philharmonie kommt im Stadtleben eine entscheidende Rolle zu als Ort des kulturellen Austausches zwischen den Künstlern und Bürgern Berlins. Unser Orchester setzt sich in seinen Konzerten regelmäßig für Werke der jüngeren und jüngsten Musikgeschichte ein.
So begreife ich auch als eine der größten Herausforderungen der Zukunft die Suche nach neuen Wegen, um diejenigen zu erreichen und einzubeziehen, denen der Zugang zur klassischen Musik bislang verwehrt worden ist. Als Teil dieser Initiative haben die Berliner Philharmoniker ihr Education-Programm ins Leben gerufen, dessen Projekte Jugendliche und andere gesellschaftlichen Gruppen in die wunderbare Welt unserer Musik einführen und gleichzeitig helfen, im eigenen Tun ihre Kreativität zu entdecken und zu entwickeln.

Auch die Veranstalter des TOTAL MUSIC MEETING, das als internationales Künstlerfestival für Improvisierte Musik seit nunmehr 39 Jahren in Berlin stattfindet und in dieser Zeit wesentlich mit dazu beigetragen hat, Berlin als Zentrum für innovative Musik zu etablieren, verfolgt mit seinen hochkarätigen Konzert- und Workshop-Angeboten ähnliche Ziele. Dafür verdienen sie Anerkennung und Unterstützung.

Seit vier Jahren ist die Berlinische Galerie Festspielhaus des TOTAL MUSIC MEETING. Die Verbindung von innovativer Musik und moderner Kunst lässt sich hier also hautnah erleben und schafft Raum für neue Hör- und Seh-Erfahrungen.

Ich begrüße die zahlreichen Künstlerinnen und Künstler aus Berlin, Deutschland, Europa und Übersee, die in diesem Jahr beim TOTAL MUSIC MEETING gastieren, und wünsche Ihnen, ihrem Publikum, unvergessliche Konzerttage.

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Zum TMM ´07

Mitten im Herzen Berlins, unweit des Potsdamer Platzes, befindet sich das im Oktober 2004 eröffnete Haus der Berlinischen Galerie, deren superbe Ausstellungen und Programme, vorgestellt auf 4.600 m2, zu den kulturellen Großereignissen der Stadt zählen.

Seit 2004 ist das TMM zu Gast in der BG. Innovative Musik und moderne Kunst kann man hier unter einem Dach erleben - für uns sind die Künste unteilbar. Wir danken unserem Kooperationspartner, Herrn Prof. Jörn Merkert und dem Team der Berlinischen Galerie, für die gute Zusammenarbeit in den langen Vorbereitungsmonaten und für vielfältige Unterstützung während des Festivals.

Wie schon in den Vorjahren bleibt für die Dauer des Festivals das Haus der Berlinischen Galerie mit ihren zahlreichen Ausstellungen bis 24 Uhr geöffnet; das hauseigene Café Dix sogar bis 3 Uhr. Beim Erwerb einer Tageskarte oder eines Festivalpasses des TOTAL MUSIC MEETING ist der Eintritt für alle Ausstellungen der BG an diesem Tag/an diesen Tagen frei - auch tagsüber. Die aktuellen Ausstellungen der BG finden Sie unter www.berlinischegalerie.de wie auch hier.

Der Regierende Bürgermeister - Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten gewährt uns in diesem Jahr zur Durchführung des Festivals einen Zuschuss in Höhe von EUR 20.000; dafür bedanken wir uns.
Für zuverlässige Unterstützung danken wir weiterhin dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, der Botschaft von Israel, der Botschaft von Island, dem Kulturhaus Mitte, Fa. Bösendorfer, Pianohaus Klatt, Fa. Myro, Speziell Kulturell, Skoda, Oktoberdruck und ausdrücklich auch allen anderen, im Impressum verzeichneten Unterstützern, Mentoren und Sponsoren für ihre unverzichtbare Hilfe.

Dank gilt auch Helge Leiberg, Max Neumann, Hanns Schimansky, Urs Jaeggi, Han Bennink und Peter Kowald (posthum), die uns für unsere TMM-Kunstedition Arbeiten zur Verfügung stellten, deren Verkauf der Mitfinanzierung des TMM dient.

Wir freuen uns, dass Frau Pamela Rosenberg, Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker, die Schirmherrschaft für das diesjährige TMM übernommen hat. Wie die Berliner Philharmoniker, so sind auch unsere Künstlerinnen und Künstler Kulturbotschafter im besten Sinne und damit zugleich lebensechte Vorbilder. Ihre Arbeiten und musikalische Zeitgenossenschaft in all ihren Facetten einem internationalen Publikum vorzustellen, Querverbindungen aufzuzeigen und Kontexte herzustellen - das ist der sich stets erneuernde Sinn und Zweck dieses Festivals.

Wir danken allen Künstlerinnen und Künstler für ihre Kommen und die Bereitschaft, zum Gelingen des Festivals ihren musikalischen Beitrag zu leisten. Für manche ist es ein Berlin-Debut; mit einigen anderen feiern wir ein Wiedersehen nach vielen Jahren - und von einem mussten wir unlängst Abschied nehmen: Wir widmen darum das diesjährige TMM dem am 5. August 2007 verstorbenen Meisterposaunisten Paul Rutherford, der im letzten Jahr beim TMM mit seinem Quartett ein vielumjubeltes Konzert gab. Wir werden ihn nicht vergessen.

Kehren wir zurück zum Total Music Meeting, dem Festival, das mit minimalem Budget jährlich aufs Neue mit Erfolg versucht, einerseits zeitgenössischen Strömungen improvisierter Musik nachzuspüren und andererseits immer wieder auch den Bogen zu historischen Entwicklungen schlägt. Würden sich die ARD-Anstalten doch auf ihren Programmauftrag besinnen und dieses Festival unterstützen! Dr. Nina Polaschegg, in: ORF Zeitton Magazin, Wien, 22.11.06

Entdeckungen und Wiederbegegnungen stehen auch in diesem Jahr im Zentrum des Total Music Meeting. Internationale Künstlerinnen und Künstler aus vier Generationen laden ein zu einer musikalischen und visuellen tour d´horizon ein, die erneut Maßstäbe zu setzen verspricht.
´Mit Paukenschlag und Pinselstrich´ wird das TMM am 1. November eröffnet, einer Duo-Performance von Strawalde (live action painting) und Günter ´Baby´ Sommer (dr, perc), die auf kongeniale Weise frei assoziative Räume schaffen.
Das faszinierende Spektrum improvisierter Musik erlebbar machen weiterhin Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, England, Frankreich, Island, Iran, Israel, Österreich, Südafrika und den USA, darunter Julie Tippetts mit Keith Tippett und Willi Kellers; Mohammad Reza Mortazavi und Ali Reza Mortazavi; David Moss; Harold Rubin und Maya Dunietz; Ariel Shibolet; Wolfgang Güttler, Werner Dafeldecker, Matthias Bauer und Thomas Lehn; Sophie Agnel; Charlotte Hug und Lawrence Casserley; Evan Parker, John Edwards und Louis Moholo; Wolfgang Fuchs, Françoise Kubler und Hrólfur Vagnsson.

Angeboten werden weiterhin zwei Workshops unter Leitung von David Moss und Willi Kellers (1.-4.11.) mit einem gemeinsamen öffentlichen Abschlusskonzert am 4.11. , 15.00 h.

Alles in allem sind in diesem Jahr vier Künstler-Generationen beim TMM vertreten. Sie kommen aus dreizehn Ländern; ein Drittel davon sind Frauen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch !

Helma Schleif


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TMM-Programm


Do 1. November 2007 | 19.30 h | Eröffnung

STRAWALDE / GÜNTER `BABY` SOMMER (Deutschland)
Strawalde (
aka Jürgen Böttcher) live action painting
Günter ´Baby´ Sommer dr, perc

Mit Strawaldes Malaktion + Sommers Musik wird das diesjährige TOTAL MUSIC MEETING an unserem Festspielort Berlinische Galerie eröffnet.

SED-Funktionäre verunglimpften seinerzeit die Bilder Strawaldes, der als Dokumentar- und Spielfilmregisseur besser bekannt ist unter dem Namen Jürgen Böttcher, als ´Gangstermalerei´.
Erst nach der Wende fand er die ihm gebührende Anerkennung. Zu DDR-Zeiten waren Ausstellungen seiner Bilder rar. Heute gilt der inzwischen 76-jährige Strawalde als einer der innovativsten und bedeutendsten zeitgenössischen Maler, dessen Bilder weltweit in zahlreichen Kunstsammlungen hängen.

Das Motiv für das diesjährige TMM-Plakat und die TMM-Programmbroschüre stammt von Strawalde. Die Arbeit heißt: Tafel 7 (2007), Öl, Assemblage auf Holz, 52 x 74 cm. Vom 8.6. - 26.8.07 war sie in der Ausstellung "Strawalde. Malerei, Collagen, Objekte" in der Städtischen Galerie Sonneberg/Thüringen zu sehen.

"Ich behaupte, wenn mir ein Bild gelungen ist, dass es aus allen Essenzen von tausend Dingen, die ich je gesehen, gerochen, geschmeckt - auch aus Träumen gemacht ist. Wie ein Insekt seinen Faden spinnt, aus dem eigenen Leib heraus windet, so muss dann der Klang, die Zeichen für die Summe der Dinge und Erfahrungen in den Spuren der Malerei enthalten sein. Es ist ein Gebilde. Es muss ganz aus der Mitte des Lebens kommen."

Jürgen Böttcher, geb. im sächsischen Frankenberg. Aufgewachsen in Strahwalde, einem Dorf in der Oberlausitz, das ihn auch zu seinem Künstlernamen Strawalde inspirierte. Studium der Malerei von 1949 bis 1953 an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden bei Wilhelm Lachnit. 1955 Regiestudium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg, das er mit dem Diplomfilm ´Notwendige Lehrjahre´ abschloss. Jürgen Böttcher zählt zu den renommiertesten DEFA-Autorenfilmern. Gleichwohl wurden einiger seiner rund 40 Dokumentarfilme, darunter ´Drei von vielen´ (1961) von der SED-Kulturpolitik verboten. Die Arbeiterportraits über Wäscherinnen, Stahlgießer, Trümmerfrauen oder Küchenhilfen gehören zu seinen authentischsten Arbeiten Seine Bilder befinden sich u.a. in folgenden öffentlichen Sammlungen: Nationalgalerie Berlin, Sammlung Deutscher Bundestag, Albertinum Dresden, Dresdner Residenzschloss, Albertina Wien, Bibliothèque Nationale de France, Museum Ludwig, The Boston Public Library. Filmretrospektiven gab es 1986 im Centre Pompidou in Paris, 1988 auf dem 42. Edinburgh International Film Festival, 1989 im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/Main, 1990 beim Internationalen Forum des Jungen Films Berlin, 1993 im Jeu de Paume, Paris. Ausstellungen 2006: Berlin, Galrie des Deutschen Bundestages; Galerie Karl Pfefferle, München; Galerie Beyer, Dresden. Galerie im Kellermannshaus, Potsdam; Galeria de Arte Nacional, Brasilia; Galeria de Arte Paulo Darzé, Salvador da Bahia.
In Vorbereitung für Ende 2007/Anfang 2008: Ausstellungen in Darmstadt und Brandenburg an der Havel.

Günter ´Baby´ Sommer , gehört zu den bedeutendsten Vertretern des zeitgenössischen europäischen Jazz. Mit seinem hoch individualisierten Schlagwerk hat er über Jahrzehnte eine unverwechselbare musikalische Sprache entwickelt, die ihm weltweite Anerkennung eintrug.
Sommer, der ´trommelnde Geschichtenerzähler´, arbeitet eng mit Schriftstellern wie Christa Wolf, Christoph Hein und Günter Grass zusammen, dessen Gedichte und Hörbücher er durch seine Kompositionen und Improvisationen musikalisch gestaltet. Die Zusammenarbeit mit Tänzern und Schauspielern intensivierte Sommer seit den 80er Jahren. Sein Spielkonzept ist nicht nur eng verknüpft mit Literatur und Film, sondern auch mit Tanz und Theater. Seit einigen Jahren tritt er auch gemeinsam mit Strawalde auf; Strawalde malt, und Sommer musiziert. Im Rahmen des TOTAL MUSIC MEETING gastierte Günter ´Baby´ Sommer zuletzt im November 2005 im Trio mit dem Trompeter Wadada Leo Smith und Kontrabassist Barre Phillips - es war dies eine musikalische Wiederbegegnung nach 23 Jahren, die von Publikum und Presse gefeiert wurde.


Do 1. November 2007

MOHAMMAD REZA MORTAZAVI/ ALI REZA MORTAZAVI (Iran)
Mohammad Reza Mortazavi
tombak, daf
Ali Reza Mortazavi santur

Ein mit Spannung erwartetes Duo-Konzert der Brüder Mohammad und Ali Reza Mortazavi, die auf traditionellen Instrumenten der klassischen iranischen Kunstmusik ungeahnte Klangwelten eröffnen. Technische Brillanz und virtuose Improvisationskunst, basierend auf dem tiefen Verständnis für die Musiktradition ihres Landes und der über Jahrzehnten entwickelten eigenen Stilistiken machen beide zu Ausnahmemusikern. Sie treten sowohl solistisch auf als auch in unterschiedlichen internationalen Gruppierungen bis hin zur Großformation.
Mohammad Reza Mortazavi, der jüngere der beiden Meister, gab beim Total Music Meeting 2005 ein viel umjubeltes Debut-Konzert.
Nach mehreren Jahren stehen die Brüder erstmals wieder gemeinsam auf der Bühne.

Mohammad Reza Mortazavi, geb.1978 in Isfahan (Iran). Seine Eltern, beide Musiker, ermöglichten ihm bereits im Alter von 6 Jahren eine gründliche musikalische Ausbildung auf der Tombak. Im Alter von 10 Jahren nahm er in Teheran an einem Musikwettbewerb teil und gewann den 1. Preis - wie in den folgenden sechs Jahren auch. Bereits mit 12 Jahren begann er selbst zu unterrichten. In den Folgejahren gab er zahlreiche Konzerte und leitete ein Perkussionsorchester. Im Jahr 2000 reiste er auf Einladung nach Deutschland und trat in München auf. Er veröffentlichte mehrere CDs und entschied sich, als Künstler in Deutschland zu leben. 2003 gewann er den Nachwuchspreis der Weltmusik auf dem internationalen Ruth-Festival in Rudolfstadt. Zusammen mit seinem älteren Bruder Ali Reza trat er im April 2007 in Aachen und Köln auf.


Do 1. November 2007

ARIEL SHIBOLET (Israel)
Ariel Shibolet
sopranosax

Aus Tel Aviv stammt der junge Sopransaxophonist, den wir zu einem Solo-Konzert eingeladen haben. Es ist dies sein Berliner TMM-Debut. Ganz zweifellos beeinflusst von Evan Parker, Steve Lacy wie auch von Anthony Braxton hat der Musiker und Klangpoet gleichwohl eine eigene Handschrift entwickelt, die ihn als einen der ungewöhnlichsten und interessantesten Improvisationskünstler seiner Generation ausweist.

Ariel Shibolet, geb.1972 in Ramat Gan, Israel, lebt in Tel-Aviv. Studierte zunächst klassische Musik und lernte Cello; später wechselte er zum Sopransaxophon. Er hat mit fast allen Musikern Israels zusammengearbeitet sowie mit US-amerikanischen Musikern wie Damon Smith, Scott R. Looney, Nory Jacoby, Jerome Bryerton, Aurora Josephson, Jen Baker und deutschen Musikern wie Wolfgang Fuchs, Birgit Uhler und Klaus Janek. Konzerttourneen in den Jahren 2004 und 2006 sowie CD-Veröffentlichungen in Israel, den USA und Großbritannien. Gründer des ersten Israeli Improviser Orchestra sowie Organisator und Produzent zahlreicher Veranstaltungsreihen und Konzerte in Israel. Zu seiner bekanntesten CD gehört ´Metal Tube & Consciousness´ (erschienen auf dem englischen Label Leo Records). Ausgebildeter Feldenkrais-Lehrer und Musiktherapeut für Kinder. Er hat für diese Arbeit eigene Methoden entwickelt, die inzwischen auch von anderen Kindertherapeuten übernommen werden. Inspiriert von seiner Musik ist unlängst in Israel ein Kinderbuch erschienen, das die Arbeit und Entwicklung eines Solisten bis zum Zusammenspiel im Orchester darstellt und beschreibt.


Do 1. November 2007

TIPPETTS / TIPPETT / KELLERS (GB / D)
Julie Tippetts
voice
Keith Tippett piano
Willi Kellers drums, percussion

Erstmals nach über 14 Jahren wieder in Berlin beim TMM im Trio zu erleben!

Julie Tippetts, geb. 6. Juni 1947 in London. Anfang der 70er Jahre gab sie ihre Pop-Karriere auf und wandte sich dem Free Jazz und der improvisierten Musik zu. Seither widmet sie sich, dem Ensemblegeist verpflichtet, sowohl avantgardistischen als auch pädagogischen musikalischen Projekten. So lehrt sie u.a. an der Dartington International Summer School und am Welsh College of Music and Drama. Sie zählt zu den interessantesten und vielseitigsten Stimmen Europas und hat mit allen maßgeblichen Musikerinnen und Musikern in unterschiedlichsten Formationen zusammengearbeitet (Spontaneous Music Ensemble, Centipede, Ovary Lodge, Voice (ein Vokalisten-Quartett mit Maggie Nicols, Phil Minton und Brian Ely), The Ark, Mujician, The Georgian Ensemble, The Dedication Orchestra, Tapestry, etc.). Auf zahlreichen Platten- & CD-Einspielungen findet sich ihr Schaffen dokumentiert. Genannt seien hier stellvertretend Sunset Glow, ihr erstes Solo-Album, Sweet And S´Ours (mit Maggie Nicols), Couple In Spirit (mit Keith Tippett), Twilight Etchings (mit Keith Tippett und Willi Kellers, FMP CD 065), The First Full Turn ( mit Keith Tippett, Paul Rutherford und Paul Rogers), Viva La Black Live At Ruvo (mit Keith Tippett, Louis Moholo-Moholo & Canto Generál (aufgenommen März 2006).

Keith Tippett, geb. 25.8.1947 in Bristol. Seit Ende der 60er Jahre einem großen Publikum als Musiker, Komponist, Arrangeur, Performer, Film- und Fernsehkomponist, Radiomacher und Dozent bekannt. Er gilt als einer der radikalsten und differenziertesten Pioniere des Jazz und der Improvisierten Musik.
Ab 1964 Zusammenarbeit mit ´Blue Notes´ (Chris McGregor, Dudu Pukwana, Mongezi Feza, Johnny Dyani, Louis Moholo) sowie Elton Dean, Mark Charig, Nick Evans, John Marshall, u.v.a. Pianist bei ´King Crimson´; neben ´Nucleus´ und ´Soft Machine´ gehörte das Sextett um Keith Tippett zu den führenden Jazz-Rock-Gruppen der 60er und 70er Jahre. Gründung zahlreicher Bands wie die legendäre 50-köpfige ´Centipede´ mit Jazz-, Rock-, Folk- und klassisch ausgebildeten Musikern; ´Ovary Lodge´, ´Ark´, ´Mujician´ (in verschiedenen Besetzungen), ´Dedication Orchestra´, ´Tapestry´, u.a.
Mitglied in Derek Baileys Company; Zusammenarbeit u.a. mit Larry Stabbins, Stan Tracey, Evan Parker, Andy Sheppard, Paul Dunmall, Paul Rutherford, Paul Rogers, Tony Levin, Howard Riley, Hatty Miller, Peter Fairclough, Peter Brötzmann, Willi Kellers, Hans Reichel, Zim Ngqawana und seiner Gruppe ´Ingomaand´ und natürlich mit Julie Tippetts. Vielfach auch als Solomusiker tätig. Gründete in den 1970er Jahren die Dartington Summer School, an der er wie auch Julie Tippetts bis heute unterrichtet. Schrieb und arrangierte in großem Umfang Filmmusik (für Kino und TV-Serien). Seit 1969 hat er nahezu 100 Einspielungen (LP und CD) veröffentlicht.

Willi Kellers, geb. 1950 in Münster, lebt in Berlin. Seit 1960 Musikunterricht (Schlagzeug,Klavier, Theorie). Von 1972-1979 Studium an der Musikhochschule Detmold.
Zusammenarbeit mit Peter Brötzmann, Willem Breuker, Frank Wright, Harry Miller. DDR-Tourneen mit Tony Oxley, Uli Gumpert, Hannes Bauer u.a., Mitglied in Tony Oxleys Celebration Orchestra.
Konzerte mit Gerd Dudek, Manfred Schoof, Achim Knispel, Trevor Watts. Langjähriger musikalischer Leiter am Schauspielhaus Bochum, Thaliatheater Hamburg, Schauspielhaus Hamburg, Wiener Burgtheater, Berliner Ensemble Theatre of the New City, New York; Theaterarbeit als Komponist in Köln und Basel. Zahlreiche Auftritte als Solomusiker sowie Konzerte und Tourneen mit Lol Coxhill, Phil Minton, Keith Tippett, Julie Tippetts, Hans Reichel, Heinz Becker, Barre Phillips, Peter Kowald, Marilyn Crispell, Fred Frith, Charles Gayle, Cecil Taylor, u.v.a.
Hat auf allen wichtigen Festivals weltweit gespielt.
Komponierte die Rockoper ´Jumbo Track´( Franz Xaver Kroetz ,1983), Filmmusik zu Stolpe´ (NDR) sowie ´Schlapper Wind aus Nordwest´ (Regie: Dieter Fietzke, 1983, WDR), Bühnenmusik zu ´Sweeney Agonistes´(Thorsten Lensing, ausgezeichnet mit Sonderpreis des Büro für gemeinsame Kulturarbeit NRW) sowie für Heiner Müller, George Tabori, Dimiter Gotscheff, F.K. Waechter, Max Färberböck und 2006 für eine deutsch-armenische Bühnenproduktion. Beteiligt an zahlreichen Kunstaktionen (Bildende Kunst und Musik), u.a. im Kunsthaus Essen, Von-der-Heydt-Museum Wuppertal, Landesmuseum Münster, Kunstmarkt Göttingen, etc.
Dozent an der Bundesakademie für musikalische Bildung, Remscheid.


Fr 2. November 2007 | 19.30 h

DAVID MOSS (USA/D)
David Moss
dr, perc, voice

David Moss, geb. 1949 in New York. Zunächst Studium der Russischen Geschichte; von 1963-68 Perkussionsstudium bei Joe Porcaro, Al Lepak und Richard Lepore (Hartt College of Music); 1969-70 bei Tanjore Ranganathan (Wesleyan University); 1971-73 Kompositionsstudium bei Bill Dixon (Bennington College). Er gilt als einer der innovativsten Vokalisten und Perkussionisten der zeitgenössischen Musik. 1991 ausgezeichnet mit der Guggenheim Fellowship und 1992 als Gast des Künstlerprogramms des DAAD in Berlin, hat er seit 1973 weltweit über 1000 Solo-Konzerte (Perkussion/Stimme) und mehr als 3000 Konzerte in verschiedenen Formationen, Theatern und Orchestern gegeben. Auftritt als Solist in Luciano Berios ´Cronaca del Luogo` (Salzburg 1999) und Zusammenarbeit mit Hans Neuenfels (´Die Fledermaus´, Salzburg 2001). 2002 Aufführung seines Ein-Personen-Stücks ´Einstein For Aliens´ in Antwerpen, Berlin, Brüssel, Amsterdam, Gent, Frankfurt, New York (2002). Solo-Auftritt in Berlin 2003 mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Sir Simon Rattle. Auftritt zusammen mit dem Uri Cane Ensemble im Lincoln Center, New York. 2003 Erstes Konzert in der Carnegie Hall mit dem American Composers Orchestra. Seit 1995 Zusammenarbeit mit und Gastauftritte beim Ensemble Moderne; zuletzt Tournee mit deren Frank-Zappa-Projekt; Auftritt in Olga Neuwirths Oper ´Lost Highway´ und Auftritte als Vokalist beim Steirischen Herbst (Graz), Theater Basel, Edinburgh Festival, Spoleto Festival und dem Meistersinger Festival (Nürnberg) in Heiner Goebbels Orchesterwerk ´Surrogate Cities´ und ´Prometheus´. Moss ist Mitbegründer des Muziektheater Transparent und künstlerischer Leiter des Institute for Living Voice (ILV). Co-Autor eines Theaterstücks (zusammen mit Hans Peter Kuhn und Stefan Kurt) für das Zürcher Neumarktthater (2004). David Moss arbeitet als Opernsänger, Performer, Komponist, Improvisationsmusiker und Kurator (darunter für das Vocal Improvisation Project im Rahmen des Adelaide Festival, u.a.). Sein letzter Auftritt beim Total Music Meeting liegt 24 Jahre zurück. 1983 trat er - damals noch im Quartier Latin (heute: Wintergarten) in der Potsdamer Str. im Duo mit Hans Reichel auf.


Fr 2. November 2007

WOLFGANG GÜTTLER / MATTHIAS BAUER / WERNER DAFELDECKER / THOMAS LEHN (D/A)
Wolfgang Güttler
double bass
Matthias Bauer double bass, voice
Werner Dafeldecker double bass, live electronics
Thomas Lehn analogue synthesizer

Erstmals in dieser Besetzung zu hören!

Wolfgang Güttler, geb. 1945 in Kronstadt (Rumänien). Studierte bei Joseph Prunner an der Bukarester Musikhochschule. Ab 1967 Mitglied des Philharmonischen Orchesters in Cluj (Rumänien). 1969-74 Mitglied des Radioorchesters Bukarest. 1973 Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs in Genf und Beginn einer außergewöhnlichen Karriere.
1975 Mitglied des NDR-Orchsters in Hamburg. Von 1975-1985 war Güttler Kontrabassist beim Berliner Philharmonischen Orchester (unter Herbert von Karajan). Von 1985-91 lehrte er als Professor an der Kölner Musikhochschule. Seit 1987 als Solobassist des SWR-Sinfonieorchesters Freiburg/Baden-Baden tätig. Seit 1991 hat er eine Professur an der Musikhochschule Karlsruhe inne.
Wolfgang Güttler ist Gründungsmitglied des Ensembles Trio Basso (mit Hans Brünig, Viola, und Othello Liesemann, Violoncello), für das seit seiner Gründung 1982 mehr als 200 Kompositionen geschrieben wurden, darunter von Mauricio Kagel, Hans-Joachim Hespos, Klaus Huber, Younghi Pagh-Paan, u.v.a. Eine Besonderheit ist die Zusammenarbeit mit dem Rascher-Saxophonquartett. Für diese Formation entstanden einige Werke. Auch der Grenzbereich zwischen Neuer Musik und Free Jazz sowie Werke instrumentalen Musiktheaters gehören zum Spektrum des Trio basso.
1991 gründete er das Ensemble Geatles für 16 Kontrabässe. Außerdem spielte Güttler mehrere Jahre im Consortium classicum.
Mitglied des Ensembles Villa Musica. Seit 1992 Arbeit im Ensemble der Pablo-Casals-Festspiele Prades, seit 1997 Mitglied der Gruppe that.
Als Pädagoge war und ist er in Europa, den USA, Kanada und Südamerika tätig. Er gab Meisterkurse an der Juillard School of Music und der Manhattan School von New York. Für seine solistischen und kammermusikalischen Einspielungen wurde er mehrfach ausgezeichnet.
In den 80er Jahren gastierte Güttler als Solist bei ´Stakkato´, einer Veranstaltungsreihe für Improvisierte Musik am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg, die Wolfgang Fuchs und Helma Schleif seinerzeit zusammen mit Bernhardt Arndt und Thomas Borgmann kuratierten.

Matthias Bauer, geboren 1959 in Sonneberg/Thüringen. Kontrabass-Studium bis 1980 an der Musikhochschule Hanns Eisler. Verließ 1980 die DDR und lebte bis 1988 in Lyon/Frankreich. Entwickelte dort mit der Schauspielerin und Regisseurin Nina Goede zahlreiche Projekte experimentellen Musiktheaters.
Ab 1988 in Köln und seit 1991 wieder in Berlin lebend, spielte er im Bereich der Improvisierten Musik neben Solokonzerten für Bass und Stimme mit dem Sven-Åke Johansson Quintett, dem Bob Rutman Steelcello Ensemble, seinen Brüdern Konrad und Johannes Bauer (Posaune), dem Uli Gumpert Trio sowie mit Tony Oxley, Jon Rose, Shelley Hirsch, Bill Dixon u.a.
Als Interpret arbeitet er mit dem Ensemble United Berlin, dem Ensemble Mosaik und mit Komponisten wie Georg Katzer, Helmut Zapf und Helmut Oehring.
Er realisierte Bühnenmusiken und Konzepte für improvisierende Musiker.
Teilnahme an zahlreichen internationalen Festivals im Bereich der Improvisierten sowie der neuen Musik wie Maerzmusik Berlin, Musica Viva München, Biennale Venedig, Nuovaconsonanza Rom, Wien Modern sowie verschiedene Veröffentlichungen auf CDs.

Werner Dafeldecker,, geboren 1964 in Wien. Freischaffender Musiker (Bassist, Perkussionist, Gitarrist, Elektroniker), Komponist und Plattenproduzent. Langjährige Klangforschungen und Cross-Over-Projekte stehen im Zentrum seiner Arbeit. Die ´Mikroskopierung´ musikalischen Materials und deren Klangverdichtung, oftmals von
außermusikalischen Einflüssen (Architektur, Physik, Photographie, Film) inspiriert, gehören neben der Entwicklung erweiterter Spieltechniken und der Auseinandersetzung mit neuen Technologien zu seinen herausragenden Arbeitsfeldern. Er ist Gründungsmitglied des Ensembles Polwechsel (1993) und des Labels durian records (1995).
Festivalauftritte, Auftragsarbeiten und Uraufführungen u.a.: Kammermusiktage Witten; Berliner Festspiele/März Musik; Sound Field Festival Chicago; Wien Modern; Festival Hörgänge; Musikprotokoll im Steirischen Herbst; What Is Music Festival Australien; Music Festival Vancouver; International Festival Victoriaville/Canada; IMC Festival London; Dundee Media Festival; Ultraschall Festival Berlin; SWR Freiburg New-Music Meeting; Salzburger Festspiele; Sound installationen: Wien Modern, Sammlung Essl. Absolvierte zahlreiche Tourneen in Europa, China, USA, Kanada, Japan, Russland, Australien und Neuseeland.
Projekte und Konzerte u.a. mit Luc Ferrari, John Tilbury, Otomo Yoshihide, Sunny Murray, Wayne Horvitz, Chet Baker, Ned Rothenberg, Sachiko M, John Butcher, Franz Hautzinger, David Sylvian, Christian Fennesz, Gene Coleman, Jim O'Rourke, Tony Buck, Patrick Pulsinger, Burkhard Stangl, Eugene Chadbourne, Dean Roberts, Radu Malfatti, Taku Sugimoto, uva. Lebt in Berlin und Wien. Von Februar bis April 2002 war Werner Dafeldecker Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Thomas Lehn, geb. 21.5.1958. Der Komponist und ausgebildeter Klassik- und Jazzpianist ist auch ein Virtuose auf dem analogen Synthesizer. Er hat mit allen bedeutenden Improvisationsmusikern weltweit konzertiert. Seit Beginn der 80er Jahre tätig als Performer, Interpret, Komponist und Improvisationsmusiker. Sein unverwechselbarer musikalischer Ausdrucksstil wurzelt in der Kenntnis und Erfahrung mit zahlreichen musikalischen Genres. Studium der Aufnahmetechnik an der Hochschule für Musik in Detmold; von 1980-1987 Ausbildung an der Hochschule für Musik in Köln zum Konzertpianisten (Klassik und Jazzpiano). Seit den 80er Jahren als Pianist Mitglied zahlreicher Jazz- und Workshopformationen unter Leitung von Gunter Hampel, George Russell und Keith Tippett.
Ab 1982 als Interpret zeitgenössischer Musik und traditionell komponierte Musik tätig.
In dieser Zeit auch erste Kompositionen und Aufführungen eigener elektronischer Musik am Analogsynthesizer. In dieser Eigenschaft Mitglied zahlreicher Ensembles, darunter VARIO-34 (ein Sextett mit Günter Christmann, Alexander Frangenheim, Mats Gustafsson, Paul Lovens und Christian Munte); Trios mit Tim Hodgkinson und Roger Turner (Konk Pack), Phil Minton und Axel Dörner (Toot), Peter van Bergen und Gert-Jan Prins (E-Rax); Duos mit Gerry Hemingway ( Tom & Gerry) und Marcus Schmickler; Quintett mit Alexander Frangenheim, Evan Parker, Roger Turner und Phil Wachsmann. Zusammenarbeit u.a. auch mit Martin Blume, John Butcher, Jim Denley, Phil Durrant, Christian Fennesz, Wolfgang Fuchs, Malcolm Goldstein, Guillermo Gregorio, Beth Griffith, Mats Gustafsson, Erhard Hirt, Bruno Leicht, Hannes Loeschel, etc. Lebt in Köln.


Fr 2. November 2007

HAROLD RUBIN / MAYA DUNIETZ (Israel)
Harold Rubin
clarinet
Maya Dunietz piano

Erster Auftritt dieses Duos in Berlin.

Harold Rubin, Musiker, Maler, Poet, Architekt und "Doyen des israelischen Klarinettenspiels" (Arthur Vered, Allaboutjazz), geb. 13.5.1932 in Johannisburg. Musikstudium (klassische Klarinette) und Kunststudium (bei Roza van Gelderen, Douglas Portway und Herman Wald) sowie Studium der Architektur an der Witwatersrand University in Johannisburg und A.A. London.
Gründete in Südafrika ein Jazzquartett mit schwarzen und weißen Musikern. 1961 veröffentlichte er ´Sharpeville´, eine Serie von Zeichnungen als Reaktion auf das Massaker im Vorjahr. 1962 Teilnahme an einem geschlossenen Wettbewerb zum Thema religiöse Kunst. Die von ihm eingereichte Arbeit ´My Jesus´ führte zur Anklage wegen Blasphemie. Nach fünfwöchigem Prozess wurde er freigesprochen und emigrierte 1963 nach Israel, wo er seither lebt.
Zwölf Jahre lang, bis 1979, gab er die Musik auf und arbeitete ausschließlich als Maler, Architekt und Zeichenlehrer (Bezalei Art Academy 1979-1982). 1984 Zusammenarbeit mit dem Komponisten Yosi Mar-Haim und der Gruppe ´Season´s End´. 1986 gab er die Architektur auf, um sich ganz der Musik und Malerei zu widmen. Im selben Jahr gründete er die Gruppe ´Zaviot´ mit Mark Smulian, die beim Red Sea Jazz Festival 1987 ausgezeichnet wurde. Mit ´Zaviot´ tourte Rubin u.a. auch in Deutschland (Jazz Ost West und Leverkusener Jazz Festival, 1988/89), in Rumänien (1991) und Israel.
1992 formierte sich die Gruppe ´Trialog´ mit Kobi Shefi und Assaf Sirkis, die u.a. 1993 im Tel-Aviv Museum zusammen mit Paul Bley auftrat. Seit den 90er Jahren organisiert und kuratiert er Konzertreihen und Festivals in Israel. Er arbeitet mit jungen israelischen Komponisten ebenso zusammen wie mit Improvisationstänzern, Bühnenautoren und Filmemachern. Mitbegründer von Hagada Hasmalit (The West Bank), "a melting pot for many creative musicians and composers who perform in different formations".
1996 gründete er das Sextett ´Blue Bag´, das über seine Gedichte improvisiert. Er schrieb die Musik zu einigen Bühnenwerken von Miriam Kainy, tritt regelmäßig in Israel mit seiner eigenen Gruppe und dem Tel Aviv Art Ensemble auf und ist auf internationalen Festivals vertreten. Bisher liegen rund ein Dutzend CD-Einspielungen vor, darunter ´Muse & Music´ (Harold Rubin & J.C. Jones), ´Duo` (Harold Rubin & Maya Dunietz), ´One Voice´ (Harold Rubin), ´Trion´ (Harold Rubin, Ram Gabay, Shmil Frankel), ´Blue Bag´(Harold Rubin Sextett). Zwischen 1956 und 2006 hatte er zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen u.a. in Johannisburg, Tel Aviv, Haifa, Jerusalem, London, New York, Pittsburgh, New Jersey, Utrecht, Amsterdam, Oberhausen, Recklinghausen, Stuttgart, Frankfurt/Main, Salzgitter. Seit 2003 besteht das Duo mit Pianistin Maya Dunietz. 2004 legten sie ihre erste CD (DUO) vor.
Über Harold Rubin: Einzelausstellung des (auch in Berlin) bekannten Malers und Fotografen Dror Maayan über Harold Rubin: ´Dror Maayan Observing Harold Rubin´ (Jaffa, 2004); ´Dror Maayan Obsvering Harold Rubin: Direct Photography in its Best´ (Dr. Yoni Ascher, on: Contact. Photography and Digital Media, Vol. 67, 2004); How Do You Say Jazz in Hebrew? (TV-Film); Blue Bag (Israeli TV); in Vorbereitung: `A Magnificent Failure´, Dokumentarfilm von Jasmine Kainy über Harold Rubins Leben und Werk.
"Lebte und arbeitete der Musiker, Maler und Dichter Harold Rubin nicht in Israel, sondern anderswo, zählte er heute zu den weltweit anerkannten Ikonen des Avantgardejazz, dessen bin ich mir sicher" (Jazzis).

Maya Dunietz, geb. 16.4.1981in Israel. Privates Musik- und Kompositionsstudium bei Keren Rosenbaum, Theoriestudium bei Lev Kogan, Flötenstudium bei Moshe Epstein. Mitglied im Bat-Kol Kinderchor (mit Auftritten in Israel und Deutschland). Von 1993-95 Teilnahme an internationalen Musikworkshops (Dirigat, Musikgeschichte, Schauspiel und Gesang.) Von 1994-97 Ausbildung im Eiskunstlauf sowie Studium an der Thelma Yellin School for Performing Arts (Jazz Department) mit den Schwerpunkten Gehörbildung, Musikgeschichte, Arrangement und Komposition. Von 1997-98 Pianistin der schuleigenen Bigband (mit Auftritten in New York und Boston). Von 1992-98 Mitwirkung als Schauspielerin in zahlreichen israelischen Filmproduktionen; 1993 Mitwirkung als Schauspielerin und Sängerin in dem Stück ´The Jewish Opera´ von Yoram Porat. 1996 Moderatorin einer wöchentlichen Kindersendung im Ersten Programm des Israelischen Fernsehens. Von 1997-99 Musikredakteurin bei Radio 103FM. 1998-99 Studium der Philosophie, Geschichte, Naturwissenschaft, Literatur, Politik und Soziologie und Keyboardspielerin der Jerusalem Salsa Band mit Auftritten in Tel-Aviv, Jaffa, Jerusalem und Jordanien. Mitwirkende beim Israeli Female Artist Festival.
Von 2000-2001 Musikstudium an der New School University in New York City. In dieser Zeit Zusammenarbeit mit John Zorn, Danny Zamir, Aaron Dugan, John Lee, Trevor Dunn und Südstaaten-Tournee mit dem Dichter Jonathan Geffen; Mitwirkung als Pianistin bei der Shakespeare Theater Company im Rahmen des Hampton Shakespeare Festival; Mitwirkung an ´Ballet méchanique´ von George Antheil (für Xylophon, elektrische Glocken, 8 Klaviere und ein mechanisches Klavier) sowie Auftritte in der Türkei und Israel mit der Koko Loko Samba Perkussionsgruppe.
Von 2002-2003 Mitglied in ´Women´s Voice´, einem internationalen Zusammenschluss von Musikerinnen aus Afrika, Europa und Asien. In dieser Zeit auch Aufführung und Aufnahme des ersten Albums von ´Habiluim´("Israeli bible-rock"). Komponistin und musikalische Leitung für das Stück ´Garinim´ von Ariel Ashbel (ausgezeichnet beim Akko-Festival als bestes Werk und für die beste Musik). Von 2003-2004 Leadsängerin der "progressiven Rockband" ´Eatliz´; Mitbegründerin und Leiterin des experimentellen Vokalensembles ´Giv´ol Choir´ . Seit 2003 kontinuierliche Zusammenarbeit mit Harold Rubin.


Fr 2. November 2007

EVAN PAKER / JOHN EDWARDS / LOUIS MOHOLO-MOHOLO (GB / SA)
Evan Parker
soprano- & tenorsax
John Edwards double bass
Louis Moholo-Moholo drums, percussion

Fox-Music vom Feinsten.

Evan Parker, geb. 5.4.1944 in Bristol.
Evan Parker ist unbestritten der innovativste und hochkarätigste zeitgenössische Saxophonist in Europa. Er hat in zahllosen großen und kleinen Gruppen gearbeitet, ist aber einem breiten Publikum ebenso durch sein Solosopranspiel, seine Zusammenarbeit mit Live-Elektronikern und als Interpret zeitgenössischer Kompositionen von G. Bryars, M. Nyman und F. Rzewski bekannt. Seit Ende der 60er Jahre arbeitet Evan Parker kontinuierlich mit Louis Moholo in unterschiedlichen Besetzungen zusammen; seit den 90er Jahren regelmäßig auch mit John Edwards. Zuletzt war Parker 2005 beim TMM im Trio mit den Live-Elektronikern Richard Barrett und Paul Obermayer zu hören.

John Edwards gehört in der europäischen Free Jazz und Improv-Szene zu den gefragtesten Bassisten aus der jungen Generation und ist auf allen wichtigen Festivals in Europa, Neuseeland und den USA vertreten.
In den späten 80er Jahren begann er Kontrabass zu spielen; 1990 kam er erstmals mit Musikern wie Roger Turner, Lol Coxhill, Maggie Nicols, Phil Minton, Evan Parker, Louis Moholo, Eddie Prevost zusammen und wurde ein wichtiges Mitglied der Londoner Musikszene. Seither in unterschiedlichen Besetzungen kontinuierliche Zusammenarbeit und Platteneinspielungen mit Evan Parker, Tony Bevan, Veryan Weston, Elton Dean und Mark Sanders. Er gibt außerdem Solokonzerte, komponiert und macht Musiktheater. Umfangreiche Diskographie (über 80 Einspielungen bisher).
Zuletzt war er beim Total Music Meeting 2003 mit Pat Thomas (p) und Ronit Kirchmann (violin) zu hören.

Louis Moholo-Moholo, geb. 3.3.1940 in Kapstadt. Der legendäre Schlagzeuger und Perkussionist, seit 2005 wieder in Kapstadt lebend, hat dort inzwischen eine eigene Bigband aufgebaut (´Hear our Heart´s Vibrations´), eine neue Variante des ´Dedication Orchestra´, das sich 1992 in London zu Ehren der ´Blue Notes´ und ´Brotherhood of Breath´ formiert hatte. Evan Parker und Steve Beresford transkribierten seinerzeit deren Repertoire und schrieben neue Arrangements, wie auch Keith Tippett, Mike Westbrook, Django Bates, Kenny Wheeler u.v.a. Zum Dedication Orchestra gehörten außerdem Lol Coxhill, Radu Malfatti, Elton Dean, Paul Rutherford, Paul Rogers, Phil Minton, Julie Tippetts, Maggie Nicols, u.a.
"Ich möchte dem südafrikanischen Jazz neues Leben einhauchen", sagte Moholo über seine neue Großformation unlängst in einem Interview mit Marc Medwin (Allaboutjazz), der ihn aus Anlass seines Auftritts mit Kidd Jordan, William Parker und Dave Burrell beim 12. Vision Festival in New York (Juni 2007) befragte.
"Wiederbelebung durch Wiederholung ist für einen Schlagzeugveteranen nichts Neues", kommentiert dazu Marc Medwin.
Louis Moholo war zuletzt 2004 beim TMM im Duo mit Irène Schweizer zu hören, das in jenem Jahr sein 40jähriges Bestehen feierte - und Südafrika den 10. Jahrestag seiner Demokratie.


Sa 3. November 2007 | 19.30 h

SOPHIE AGNEL (F)
Sophie Agnel
piano

TMM-Debut-Konzert

Sophie Agnel, geb. 1964 in Paris, lebt in Toulouse.
Musikstudium in Paris (Piano, Harmonielehre); von 1985-1989 auch Jazz und Improvisation (bei George Russell und David Liebman). Von 1989-1991 musikwissenschaftliches Studium. In dieser Zeit Auftritte mit verschiedenen Gruppen (Jazztrio, afro-kubanisches Ensemble, französische Chansons). 15 Jahre lang in verschiedenen Bildungseinrichtungen tätig (Piano, Synthesizer, Jazzpiano, klassisches Piano). Gründet an der Musikschule von Toulouse eine Improvisationswerkstatt und leitet seither auch in zahlreichen anderen französischen Städten Klassen für kollektive Improvisation (mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen). Arbeitet im Frauenknast mit Gefangenen und führt dort ein Jahr später, unter Einbeziehung der Tanzkompanie Point Virgule, ein Improvisationsstück auf.
Neben Soloauftritten als Pianistin Zusammenarbeit im Trio mit René Wolf und Gildas Etevenard, Dominique Regef und Guillaume Orti; Noel Akchoté und Christian Roullet; Hélène Breschand und Thierry Madiot; Michel Doneda und Michael Nick; Erik M und Axel Dörner; im Duo mit Bruno Chevillon und Paul Rogers.
Zusammenarbeit und Aufnahmen mit Christian Brazier, Sunny Murray, Rasul Siddik (CT 1953); Lionel Marchetti und Jerome Noetinger (P 401); Olivier Benoit (In Situ); Guillaume Orti (In Situ); Christine Wodrascka (Emouvance); Pascale Labbé (Nuba); Alex Grillo (Celp) sowie Martin Brandlmayr, Martin Siewert und Joe Williamson.
Bisher liegt eine Solo-Piano-Einspielung von ihr vor (Vandoeuvre).
Gegenwärtig arbeitet sie regelmäßig mit Daunik Lazro, Fabrice Charles, Jean Pallandre, John Butcher, Andrea Neumann, Axel Dörner, Rhodri Davies, Claire Bergereau, Ikue Mori und Erik M. sowie im Duo mit Phil Minton; Olivier Benoit, Alessandro Bosetti, Christine Wodrascka, Catherine Jauniaux zusammen.


Sa 3. November 2007

WOLFGANG FUCHS / FRANÇOISE KUBLER / HRÓLFUR VAGNSSON / MATTHIAS BAUER (D / F / Island)
Wolfgang Fuchs
ssi, bcl, cbcl
Françoise Kubler sopran
Hrólfur Vagnsson accordion
Matthias Bauer double bass

Erster Auftritt dieses ungewöhnlich besetzten Quartetts, zusammengestellt von Wolfgang Fuchs.

Wolfgang Fuchs, geb. 1949 in Landau. Klarinetten- & Saxophonstudium an der Musikhochschule Karlsruhe. Seit 1976 freischaffender Musiker. 1983 Gründung und Leitung des King Übü Örchestrü; 1993 Mitbegründer des Trios Holz für Europa. Leitung von Workshops mit Musikern unterschiedlichster Stilrichtungen im In- & Ausland. Erste Zusammenarbeit mit Sopranistin Françoise Kubler (im Quartett mit Armand Angster und Paul Lovens, TMM 2001); mit Hrólfur Vagnsson (Lange Nacht der Museen 2005); mit Matthias Bauer (Der Maschinenmensch von Georg Katzer; diverse Clubgigs).
Seit 2000 Mitglied des TMM-Komitees. Zahlreiche Einspielungen auf deutschen und amerikanischen Labels.

Françoise Kubler, Studium am Strassburger Musikkonservatorium, Begegnung mit Cathy Berberian und Dorothy Dorow. Zusammen mit Armand Angster gründete sie 1981 das Solisten-Ensemble ´Accroche Note´, das seither - in stets wechselnder Besetzung - weltweit konzertiert. Sie ist - wie Armand Angster - Grenzgängerin im besten Sinne und in der Klassik und der zeitgenössischen Musik ebenso zu Hause wie im Jazz und der Improvisierten Musik.
Bekannt wurde sie insbesondere auch als Interpretin zahlreicher Werke zeitgenössischer Komponisten, darunter von Franco Donatoni, Pascal Dusapin, François-Bernard Mâche, Georges Aperghis, Philippe Manoury, Marc Monnet, Richard Barrett, Claude Lenners, James Dillon, John Cage. Ihr Repertoire umfasst darüber hinaus Werke von Luciano Berio, Iannis Xenakis, Ivo Malec, Maurice Ohana, Harrison Birtwistle, Arnold Schönberg, Alban Berg, Webern, Strawinski, Eisler , Mozart, Bach, Schubert, Wolf, Debussy...
Als Solistin wirkt sie in zahlreichen Ensembles und Orchestern mit, darunter Musique Nouvelle (Belgien), Sigma (Luxemburg), Ictus, English Northern Philharmoncs, Ensemble Intercontemporain, Musique Oblique, Orchestre Philharmonique de Radio-France, 2e2m, Intinéraire.
Sie ist Mitbegründerin zahlreicher Jazz- und Improvisationsensembles und arbeitet u.a. in diesem Bereich zusammen mit Bobby Burri, Louis Sclavis, Hans Koch, Christy Doran, Urs Leimgruber, Irène Schweizer, Armand Angster, Wolfgang Fuchs, John Lindberg, Eric Watson und Wolfgang Reisiger. Umfangreiche Diskographie (auf den Labels Disques Montaigne, Accord, Una Corda, Musifrance, Errato, Label Bleu, FMP, a/l/l).
2001 trat sie erstmals beim TMM auf.

Hrólfur Vagnsson,geb. 1960 in Bolungarvík, Island. Studium der Elektrotechnik, Kirchenmusik und Besuch der Akkordeonschule in Reykjavik; vor Abschluss des Studiums 2-jährige Tätigkeit als Hochseefischer. Von 1981-1987 Akkordeon-Studium an der Musikhochschule in Hannover bei Elsbeth Moser (die 1977 zusammen mit Andrea Schneider-Hagel beim TMM konzertierte). Von 1988-1990 Lehrtätigkeit am Musikkonservatorium in Osnabrück. Gründete 1989 in Hannover das legendäre Tonstudio Vagnsson, wo er überwiegend mit klassischen und Jazzmusikern arbeitet. Durch die enge Zusammenarbeit mit Günter Christmann wandte er sich mehr und mehr auch der improvisierten Musik zu.
1993 gründete er das Tonträgerlabel Cordaria, auf dem er über 60 Produktionen veröffentlichte. Seit 2001 ist Hrólfur Vagnsson auch für Raumbeschallung und Aufnahmetechnik des TMM sowie für Mischung und Mastering der Aufnahmen verantwortlich.
Gegenwärtig lebt Hrólfur Vagnsson in Island und Thailand, wo er regelmäßig mit dem Ersten Thailändischen Symphonieorchester arbeitet.
Er ist der bekannteste Akkordeonist und Keyboarder Islands und hat in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Japan und China Konzerte gegeben, die in Radio und Fernsehen sowie auf zahlreichen CD-Einspielungen im E- und U-Musikbereich dokumentiert sind.

Matthias Bauer (siehe Programm 2. November: Güttler/Bauer/Dafeldecker/Lehn)


Sa 3. November 2007

CHARLOTTE HUG / LAWRENCE CASSERLEY (CH / GB)
Charlotte Hug viola, voice
Lawrence Casserley computer processing

Ein längst überfälliges TMM-Debutkonzert mit der Schweizer Bratschistin und Performancekünstlerin Charlotte Hug sowie dem englischen Pionier der Live-electronics Lawrence Casserley.

Charlotte Hug, geb. 1965, Bratschistin, Komponistin, Performancekünstlerin, Zeichnerin, lebt in Zürich und London. Musikstudium Viola bei Henrik Crafoord SMPV Bern und Paul Silverthorne an der Royal Academy of Music London. Weiterbildung ´szenisches Gestalten´ an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich und an der Klangkunstbühne der UdK, Berlin.
Charlotte Hug hat die Spieltechniken auf ihrem Instrument maßgeblich erweitert, darunter durch die von ihr entwickelte ´Weichbogentechnik´.
Sie tritt in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und oftmals auch als Solistin mit eigenen Musikperformances an internationalen Festivals in Europa, Kanada und den USA auf. Für ihre Performances sucht sie of ungewöhnliche Orte mit überraschenden akustischen, visuellen und emotionalen Qualitäten auf, so. z.B. im Eisstollen des Rhônegletschers im Oberwallis, in einer schalldichten S&M Folterkammer im Rotlichtquartier Zürichs oder dem unterirdischen Gängen eines einstigen Gefängnisses in London Farringdon.
Auch als bildende Künstlerin hat sie eine Vielzahl von Einzelausstellungen und Stipendien vorzuweisen. Für ihre Arbeit als Musikerin/Performancekünstlerin/Zeichnerin wurde sie vielfach ausgezeichnet.
Charlotte Hug ist Mitglied im ´London Improvisers Orchestra´ und arbeitet u.a. vielfach mit Evan Parker, Barry Guy, Lawrence Casserley, John Butcher, John Edwards, Roger Turner, Phil Minton, Irène Schweizer, Elliott Sharp, Fred Lonberg-Holm, George Lewis, Otomo Yoshihide, Lisle Ellis, Phil Wachsmann, Marcio Mattos, Barry Guy, Maya Homburger, Pat Thomas, Mark Wastell, Steve Beresford, Thomas Lehn, Urs Leimgruber, Ute Wassermann, Alexander Frangenheim sowie der Tänzerin Fine Kwiatkowski zusammen.
Sie ist ebenfalls Mitglied im Schweizerischen Zentrum für Computermusik und weltweit als Gastdozentin an Universitäten und Hochschulen tätig.
Ihr Arbeitsschwerpunkte sind Komposition, Improvisation, elektro-akustische Musik, Performance, Film und Theatermusik sowie im Bereich Bildender Kunst Zeichnungen, Klang- und Konzertinstallationen. Umfangreiche Diskographie.

Lawrence Casserley, Komponist, Performer, Dirigent, Improvisator, Computermusiker geb. 10.8.1941 in Little Easton, Essex. 1952 Übersiedlung der Familie in die USA. 1959-1960 Studium an der Columbia University, New York; von 1960-1966 Studium am Chicago Musical College der Roosevelt University (Komposition, Dirigat, Perkussion, Flöte); 1966-1967 Postgraduiertenstudium am Royal College of Music, London; 1967-1969 Studium der elektronischen Musik am RCM bei Tristam Cary. Ab 1970 Lehrtätigkeit am RCM und ILEA in London; 1972 Gründung des elektro-akustischen Studios. Von 1975-1993 Professor für Elektroakustik und Aufnahmetechnik. Seit 1995 als freiberuflicher Musiker tätig.
Seine ersten elektro-akustischen Werke wurden 1969 komponiert und aufgeführt. 1972 gründete er die Mixed Media Gruppe ´Hydra´, die elektro-akustische Klänge und Instrumentalmusik mit Licht, Rauch, Laser, Projektionen, usw. verband. Für diese Performances arbeitete Hydra sehr eng mit anderen Musikern, bildenden Künstlern, Schriftstellern, Dichtern und Technikern zusammen. 1984 gründete Casserley zusammen mit dem Komponisten und Flötisten Simon Desorgher das Nettlefold Festival in London, das heute besser als Colourscape Music Festival bekannt ist.
Seit mehr als vierzig Jahren arbeitet Lawrence Casserley im Bereich der elektro-akustischen Musik. Anfang der 1990er Jahre entwickelte er sein eigenes digitales System und eine Reihe signalgesteuerter Instrumente für improvisierte Musik. Er arbeitet seit vielen Jahren kontinuierlich mit Evan Parker und seinem elektro-akustischen Ensemble zusammen, sowie mit Barry Guy, Melvyn Poore, Alan Tomlinson, Hugh Davies, Vanessa Mackness, Phil Wachsmann, Paul Lytton, Joel Ryan u.v.a.
Er ist Mitglied in der Electronic Music Foundation, der International Computer Music Association, im Sonic Arts Network und im London Musicians Collective.
Umfangreiche Diskografie.
Im Mai 2007 traten Lawrence Casserley und Charlotte Hug erstmals im Duo auf.


Fr 2. November 2007

EVAN PAKER / JOHN EDWARDS / LOUIS MOHOLO-MOHOLO (GB / SA)
Evan Parker
soprano- & tenorsax
John Edwards double bass
Louis Moholo-Moholo drums, percussion

Zweites Trio-Konzert. Angaben siehe Fr 2.11.


So 4. November 2007 | 11.00 h Matinee

SURPRISE ACT


So 4. November 2007 | 15.00 h

ABSCHLUSSKONZERT WORKSHOPS

Die TeilnehmerInnen der beiden Workshops bestreiten zusammen mit David Moss und Willi Kellers das musikalische Finale des Festivals.
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WORKSHOP 1: David Moss

ImprovElation

(3-tägiger Workshop unter Leitung von David Moss)

How does it feel to be on the edge of the known?
Can you trigger your impulses and abilities to fashion a moment of musical elation?
Does improvisation give you the tools to expand your music?
Is a solo REALLY a solo?
What does it mean to REALLY play with another person?
Is your virtuosity inhibiting or releasing you?
What does it feel like to put your "style" in the hands/ears of someone else?
Is improvising the beginning or end of the unknown world?
How powerful and present is your memory?

This 3-day workshop is built on situations of solo surprises, lucky limitations and ensemble support systems.

The ImprovElation workshop is founded on the idea that to improvise means to be joyously "beyond control"; it will try to answer (or, at least, ask!) most of the above questions in the pursuit of those elusive moments of musical and performance elation that we all crave.

Open to all musicians, singers, performers, at any level of experience.
Please bring your instrument, or anything necessary for you to improvise.

Maximale Teilnehmerzahl: 15
Workshop-Termine:
Freitag, 2. November, 11.30 h - 14.30 h
Samstag, 3. November, 11.30 h - 14.30 h
Sonntag, 4. November 11.30 - 13.30 h und Abschlusskonzert 15.00 h (BG)

Der Workshop findet statt im:
Kulturhaus Mitte, Auguststr. 21, 10117 Berlin-Mitte
Tel. 030-288884433
kulturhaus-mitte@web.de

Das Abschlusskonzert findet statt im:
Auditorium der Berlinischen Galerie (wie alle Konzertveranstaltungen des TMM)
Alte Jakobstr. 124 - 128, 10969 Berlin-Kreuzberg

Teilnahmegebühr Workshop 1: David Moss
EUR 65 / mit Festivalpass EUR 100 (gültig für alle Konzerte am 1., 2. und 3.11. sowie für alle Ausstellungen der Berlinischen Galerie)

David Moss is considered one of the most innovative singers and percussionists in contemporary music. He has performed his solo and theatre work all over the world, and organizes festivals and performance projects internationally. In 1991 he received a Guggenheim grant; in 1992, a DAAD Fellowship (Berlin). Moss is the co-founder and artistic director of the Institute for Living Voice, where he regularly offers workshops and brainstorms with other vocal artists. He recently premiered "David Lunaire" ("Pierrot Lunaire" revisited) with Rome's Alter Ego ensemble.? Moss sings in Heiner Goebbels' "Surrogate Cities" and "Prometheus" and with the Ensemble Modern in a Zappa program, among others. He has sung with the Berlin Philharmonic under Sir Simon Rattle and at Carnegie Hall with the American Composers Orchestra. Moss was a featured soloist at the Salzburg Festival in Luciano Berio's "Cronaca del Luogo" (1999), returning there in 2001 as Prince Orlovsky in a controversial staging of "Die Fledermaus".
He has performed with many of the noted improvisers of the last 25 years in festivals, groups and projects around the world (www.davidmossmusic.com).


Workshop-Anmeldung hier


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WORKSHOP 2: Willi Kellers

3-tägiger Workshop unter Leitung von Willi Kellers
für Instrumentalisten, Vokalisten, Tänzer, Schauspieler, Dramaturgen/Regisseure

Wir erproben das freie Spiel / die Improvisation vom Solo bis zur Tutti Aktion.
Es geht ums Zuhören/Reden (Erkennen) / Spielen/Improvisieren/Interagieren.
Um Klangfarben allgemein, individuelle Spieltechniken, Singen für Nichtsänger, Stimme als zusätzliche Klangfarbe.
Was denken/was tun wenn es nicht weitergeht?
Was tun, wenn es weitergeht?
Gefühl oder Meditation?
Schlagtechniken für alle / Allgemeine Schlagtechniken
(Freejazz, Rock, zeitgenössische Musik, Improvisation, Notation)
Wie baut man einen musikalischen ´Fahrplan´?
Worüber soll man eigentlich improvisieren?
Ist Improvisation ´subversiv´?
Welchen Stellenwert hat für einen Improvisationsmusiker das Publikum, die Szene,
der Markt, die Konkurrenz ?

Der Workshop-Raum ist mit einem Flügel und einem Schlagzeug-Set ausgestattet.
Jeder bringt ansonsten sein eigenes Instrument mit oder das, was sie/er zur Improvisation braucht.

Maximale Teilnehmerzahl: 15
Workshop-Termine:
Donnerstag, 1. November, 11.00 h - 13.00 h
Freitag, 2. November, 11.00 h - 13.00 h
Samstag, 3. November, 11.00 h - 13.00 h
Sonntag, 4. November, 15.00 h Abschlusskonzert (BG)

Der Workshop findet statt im:
Kulturhaus Mitte, Auguststr. 21, 10117 Berlin-Mitte
Tel. 030-288884433
kulturhaus-mitte@web.de

Das Abschlusskonzert findet statt im:
Auditorium der Berlinischen Galerie (wie alle Konzertveranstaltungen des TMM)
Alte Jakobstr. 124 - 128, 10969 Berlin-Kreuzberg

Teilnahmegebühr Workshop 2: Willi Kellers
EUR 65 / mit Festivalpass EUR 100 (gültig für alle Konzerte am 1., 2. und 3.11. sowie für alle Ausstellungen der Berlinischen Galerie)

Willi Kellers, geb. 1950 in Münster, lebt in Berlin. Seit 1960 Musikunterricht (Schlagzeug,Klavier, Theorie). Von 1972-1979 Studium an der Musikhochschule Detmold.
Zusammenarbeit mit Peter Brötzmann, Willem Breuker, Frank Wright, Harry Miller. DDR-Tourneen mit Tony Oxley, Uli Gumpert, Hannes Bauer u.a., Mitglied in Tony Oxleys Celebration Orchestra.
Konzerte mit Gerd Dudek, Manfred Schoof, Achim Knispel, Trevor Watts. Langjähriger musikalischer Leiter am Schauspielhaus Bochum, Thaliatheater Hamburg, Schauspielhaus Hamburg, Wiener Burgtheater, Berliner Ensemble Theatre of the New City, New York; Theaterarbeit als Komponist in Köln und Basel. Zahlreiche Auftritte als Solomusiker sowie Konzerte und Tourneen mit Lol Coxhill, Phil Minton, Keith Tippett, Julie Tippetts, Hans Reichel, Heinz Becker, Barre Phillips, Peter Kowald, Marilyn Crispell, Fred Frith, Charles Gayle, Cecil Taylor, u.v.a.
Hat auf allen wichtigen Festivals weltweit gespielt.
Komponierte die Rockoper ´Jumbo Track´( Franz Xaver Kroetz ,1983), Filmmusik zu Stolpe´ (NDR) sowie ´Schlapper Wind aus Nordwest´ (Regie: Dieter Fietzke, 1983, WDR), Bühnenmusik zu ´Sweeney Agonistes´(Thorsten Lensing, ausgezeichnet mit Sonderpreis des Büro für gemeinsame Kulturarbeit NRW) sowie für Heiner Müller, George Tabori, Dimiter Gotscheff, F.K. Waechter, Max Färberböck und 2006 für eine deutsch-armenische Bühnenproduktion. Beteiligt an zahlreichen Kunstaktionen (Bildende Kunst und Musik), u.a. im Kunsthaus Essen, Von-der-Heydt-Museum Wuppertal, Landesmuseum Münster, Kunstmarkt Göttingen, etc.
Dozent an der Bundesakademie für musikalische Bildung, Remscheid.


Workshop-Anmeldung hier


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TMM-Kontakt / Veranstalter / Infos / Kartenreservierung / Workshop-Anmeldung

FMP FREE MUSIC PRODUCTION
Distribution & Communication
Lachmannstr. 1
10967 Berlin
Email: fmp.distribution@t-online.de
Tel. 030 - 323 75 26
Fax 030 - 324 94 31
www.fmp-online.de
www.free-music-production.de

sowie
Förderverein für Improvisierte Musik (FIM ) e.V.
Lachmannstr. 1
10967 Berlin

TMM in Kooperation mit
Berlinische Galerie. Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berliner Künstlerprogramm des DAAD
Druckatelier Margull
Total Music Production (TMP) Berlin

TMM-Komitee Helma Schleif (Organisation/Programm)
Wolfgang Fuchs (Organisation/Programm)
G. Fritze Margull (Programm/TMM-Kunstedition)

TMM-Schirmherrschaft 2007: Frau Pamela Rosenberg, Intendantin Stiftung Berliner Philharmoniker

TMM-Festivalteam: Hrólfur Vagnsson / Carsten Klopfer / Martin Burike / Volker Weidlich / Josef Abdel-Wahed / Ingeborg Ermer / Anette und Werner Merz / Nikolaus Becker / Klaus Untiet / Barbara Schwarz / Maria Lucchese / Werner Meyke / Axel Hartmann / Helmut Heidrich / Claudia von Alemann


Kartenreservierung + Workshop-Anmeldung hier


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Das TMM 2007 wird unterstützt von

      





Mit dem Erwerb eines Blattes aus unserer TMM-Kunstedition können auch Sie das TMM unterstützen. TMM-Kunstedition hier.


Spenden (gegen Spendenquittung) nimmt die Berlinische Galerie entgegen.
Stichwort: Unterstützung TMM 2007
Konto: Berliner Sparkasse, 1130019094
BLZ 10050000
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Ausstellungen in der Berlinischen Galerie (u.a.)

NEUE HEIMAT - BERLIN CONTEMPORARY (13.09. 2007 - 07.01.2008)

In der Ausstellung NEUE HEIMAT gibt die Berlinische Galerie mit den Arbeiten von 29 Künstlerinnen und Künstlern einen ebenso komplexen wie differenzierten Einblick in die zeitgenössische internationale Kunstszene Berlins.
Die Ausstellung widmet sich einem gesellschaftlichen und künstlerischen Phänomen, das unsere Zeit prägt und verändert. Die Verortung des Individuums in einer von Mobilität und Migration gezeichneten Welt ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. In einer Zeit kultureller Entwurzelung und globaler Heimatlosigkeit rückt die Suche nach transnationalen und mentalitätsgeschichtlichen Identitäten in der Kunst mehr denn je in den Vordergrund.
Bei den in der Ausstellung präsentierten künstlerischen Positionen geht es nicht darum, die "neue Heimat" abzubilden, sondern unter den vier inhaltlichen Schwerpunkten Architektur, Natur, Dinge und Mobilität ein gedankliches und sinnlich-metaphorisches Verhältnis zum jeweiligen Heimatbegriff mit den verschiedenen künstlerischen Medien anschaulich zu machen.
Ein Großteil der 29 Künstlerinnen und Künstler hat seine Arbeiten eigens für diese Ausstellung entwickelt; andere sind in den letzten Jahren entstanden oder werden erstmals in Berlin gezeigt.
Die Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung NEUE HEIMAT - BERLIN CONTEMPORARY sind:
Nevin Aladag, 1972 (Türkei), Michel de Broin, 1970 (Montréal), Christina Dimitriadis, 1967 (Thessaloniki), Martin Dörbaum, 1971 (Berlin), Markus Draper, 1969 (Görlitz), Paul Ekaitz, 1977 (Barcelona), Nina Fischer/Maroan el Sani, 1965/1966 (Emden/Duisburg), Christine de la Garenne, 1973 (Karlsruhe), Eva Grubinger, 1970 (Salzburg), Erla Haraldsdóttir/Bo Melin, 1967/1964 (Reykjavik/Halmstad), Anton Henning, 1964 (Berlin), Mona Hatoum, 1952 (Beirut), Jeroen Jacobs, 1968 (Helmond), Takehito Koganezawa, 1974 (Tokyo), Lucas Lenglet, 1972 (Leiden), Via Lewandowsky, 1963 (Dresden), Tea Mäkipää, 1973 (Lahti), Birgit Ramsauer, 1962 (Nürnberg), Mandia Reuter, 1975 (Nqutu), Miguel Rothschild, 1963 (Buenos Aires), Michael Sailstorfer, 1973 (Velden/Vils), Yehudit Sasportas, 1969 (Ashod), Florian Slotowa, 1972 (Rosenheim), Costa Vece, 1969 (Herisau), Maria Vedder, 1948 (Nordhorn), Jorinde Voigt, 1977 (Frankfurt/Main), Brigitte Waldach, 1966 / Berlin).


Weiterer Veranstaltungshinweis: Im Rahmen der Europäischen Filmpreisverleihung am 1.12.2007 sowie aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der European Film Academy gibt es im Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, von 28.11. - 01.12. eine Filmreihe zum Thema EUROPE ON THE MOVE - MIGRATION IN MOVIES sowie Konferenz am 1.12. von 10.30 h - 19.00 h zum Thema mit zahlreichen internationalen Gästen, zu der Sie alle herzlich eingeladen sind.
Weitere Informationen unter www.filmacademy.org.